Essen und Trinken

Gemischte Fischplatte für 12,50 Euro. Kein Scnapper wie im Norden, aber im Vergleich zu deutschland unschlagbar günstig. (Foto: Sören Peters)

Gemischte Fischplatte für 12,50 Euro. Kein Scnapper wie im Norden, aber im Vergleich zu deutschland unschlagbar günstig. (Foto: Sören Peters)

Frischer Fisch,deftige Fleischgerichte und süße Versuchungen machen Lissabon zu einem wahren Fress-Paradies. Wer mit einer guten Grundlage um die Häuser ziehen möchte, findet garantiert eine nette Bar für einen Absacker. Doch wie in jeder großen Stadt ist Vorsicht geboten: Von der authentischen, rustikalen Tasca mit weißen Papiertischdecken bis zur Tourifalle am belebten Platz gibt es auch in der protugiesischen Hauptstadt die volle Bandbreite. Hier eine kleine Auswahl, basierend auf eigenen Erfahrungen.

Das Paço Real an der Rua da Conceição wirkt recht unscheinbar, erwies sich aber als Glücksgriff. (Foto: Sören Peters)

Das Paço Real an der Rua da Conceição erwies sich als echter Glücksgriff. (Foto: Sören Peters)

Recht unscheinbar wirkt das Paço Real an an der Rua da Conceição, doch verstecken muss sich das Lokal keinswegs. Das kleine Restaurant war mir bei einer Fahrt mit der Tram 28 aufgefallen. Viele Angestellte aus den umliegenden Büros scheinen hier ihre Mittagspause zu verbringen. Das Lokal ist zweckmäßig und urig eingerichtet, der Service in Ordnung, das Essen authentisch und lecker. Fisch und Meeresfrüchte kommen hier ganz frisch auf den Teller. Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, garantiert keine Tourifalle! Die Fußgängerzone Rua Augusta bis zu den Straßenbahnschienen laufen und dann links abbiegen!

An den Straßenbahn-Schienen entlang Richtung Kathedrale geht's zum Estrela da Baixa. (Foto: Sören Peters)

An den Schienen entlang Richtung Kathedrale geht’s zum Estrela da Baixa. (Foto: Sören Peters)

Ebenfalls an der  Rua da Conceição, Richtung Sé Catedral, befindet sich das Estrela da Baixa. An der Tür hängt eine handschriftliche Karte, auf der die Tagesgerichte („Pratos do Día“) aufgelistet sind – unschlagbare Preise, gute Lage. Optimal, um zwischen Sightseeing und Shopping vernünftig zu Mittag zu essen.

Dom João I. (Foto: Sören Peters)

Dom João I. (Foto: Sören Peters)

Restaurante Dom João I.: Das Lokal befindet sich an der Ecke Rua Dom Duarte / Travessa Nova de São Domingos, gegenüber des Hotels Mundial (Orientierung: Praça Figueira). Von der frischen Dorade bis zur Francesinha (Fleisch auf Fleisch mit noch mehr Fleisch) gibt es für jeden Geschmack etwas. Normalerweise sollten immer die Alarmglocken schrillen, wenn ein Koberer mitsamt 15-sprachiger Speisekarte vor der Tür steht, doch hier ist die Sorge unberechtigt. Einen Minuspunkt gibt es jedoch für die fliegenden Händler, die von Zeit zu Zeit hereinkommen und einem während des Essens ihren Plunder unter die Nase halten. Ansonsten haben Qualität und Preis gestimmt. Das Hauptgericht kostet in der Regel keine zehn Euro.

Gemütlich: Cantinho do Bem Estar. (Foto: Sören Peters)

Cantinho do Bem Estar. (Foto: Sören Peters)

Eine kleine Schatztruhe hat sich an der Rua do Norte 46 im Bairro Alto versteckt. Das Cantinho do Bem Estar bietet vielleicht 25 Leuten Platz, also sollte man etwas Wartezeit mitbringen – diese kann man problemlos in der Bar gegenüber verbringen. Wie überall im Bairro sind auch die Preise etwas mehr alto, doch dafür bekommt man was geboten: Auf Platten für zwei Personen türmen sich die Fleischberge. Am liebsten würde man Tupperdosen mitbringen, um das, was vor Ort nicht mehr reinpasst, mit nach Hause nehmen zu können. Super Laden! Den leicht zu übersehenden Eingang gibt’s unten im Bild.

Straßen-Restaurant im Bairro Alto. (Foto: Sören Peters)

Straßen-Restaurant im Bairro Alto – viele Lokale haben jedoch einen schlechten Ruf. (Foto: Sören Peters)

Ansonsten sollte man in der Oberstadt jedoch Vorsicht walten lassen. Vielen Restaurants eilt der Ruf der Tourifalle voraus. Was man im Bairro Alto aber immer machen kann, ist Trinken. Gegen Mitternacht verwandeln sich die Straßen in eine riesige Open-Air-Bar, sogar im Winter. Besonders der Donnerstag nähert sich dem Wochenende immer weiter an – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass viele Studenten am Freitagnachmittag in ihre Heimatdörfer zu ihren Familien fahren und sie den Donnerstag nutzen, um noch einmal die Sau rauszulassen. Nicht selten kommt es vor, dass sich gegen ein Uhr in der Nacht die Müllabfuhr ihren Weg durch die Menschenmassen bahnt.

Schlicht, aber solide: Das Beira Gare vor dem Rossio-Bahnhof. (Foto: Sören Peters)

Schlicht, aber solide: Das Beira Gare vor dem Rossio-Bahnhof. (Foto: Sören Peters)

Das Beira Gare, direkt neben dem Rossio-Bahnhof gelegen, ist eigentlich als Snack-Bar deklariert, bietet aber auch „Pratos do Día“ an. Neben Caldo Verde (grüne Suppe) und dem Bohneneintopf Feijoada gibt es unter anderem Salate und ausgezeichnete Bifanas (Fleisch im Brötchen). Solide Leistung, faire Preise, zentrale Lage.

Casa das Bifanas an der Praça Figueira. (Foto: Sören Peters)

Casa das Bifanas. (Foto: Sören Peters)

Ein beliebter Bifana-Laden befindet sich im Übrigen auch an der Praça Figueira. Die Casa das Bifanas schnitt bei unserem Besuch jedoch nur durchschnittlich ab: Drei waren zufrieden, zwei eher nicht. Was immer geht, ist eine Bifana – was auch sonst!?

Das Restaurant Lautasco (Alfama) hat einen der wohl schönsten Innenhöfe, für das Ambiente zahlt man aber mit. (Foto: Sören Peters)

Das Restaurant Lautasco (Alfama) hat einen der wohl schönsten Innenhöfe, für das Ambiente zahlt man aber mit. (Foto: Sören Peters)

Ein paar schickere Restaurants gibt es an den Docas. Hier kann man direkt am Fluss frische Meeresfrüchte essen und den Abend danach mit einem Cocktail und dem Blick auf Cristo Rei ausklingen lassen. Die Qualität ist in Ordnung, das Ambiente hat jedoch seinen Preis. Gleiches gilt für Alfama. Hier gibt es einige Tourifallen, in denen zum Essen noch Fado gespielt wird – oder man zu Fado Essen bekommt. In diesem Viertel waren wir im Lautasco, etwas versteckt in einem Hinterhof. Zwar auch ein bisschen teurer, aber wir waren mit dem Abend zufrieden.

Süße Sünde mit Tradition: Ein Pastel de Belém und ein Milchkaffee (Galão). (Foto: Sören Peters)

Süße Sünde mit Tradition: Ein Pastel de Belém und ein Milchkaffee (Galão). (Foto: Sören Peters)

Lust auf etwas Süßes? Dann auf nach Belém! Direkt neben dem Mosteiro dos Jerónimos gibt es die originalen Pastéis de Belém. Seit 1837 werden hier die beliebten Blätterteig-Törtchen hergestellt und verkauft. Wer den Weg nicht auf sich nehmen möchte, kann sich mit einem Pastel de Nata in jeder x-beliebigen Bäckerei vertrösten. Wer gerne Eis mag, sollte Gelados Santiti einen Besuch abstatten (Chiado-Viertel, Rua do Carmo 9).

Vorsicht ist geboten an der Rua dos Correiros sowie an der Rua Portas de Santo Antão (nördlich und südlich des Rossio). Hier werben die Schlepper massiv um Kunden. Für mich persönlich immer ein schlagendes Argument, den Laden tunlichst zu meiden. Viele Besucher glauben zudem, dass Brot, Butter und Oliven, die ungefragt auf den Tisch gestellt werden, ein Ausdruck der portugiesischen Gastfreundschaft seien. Umso erstaunter sind sie dann, wenn die Rechnung kommt. Also: Entweder sofort zurückgehen lassen oder bezahlen! Außerdem beachten: Mittagessen gibt es von zwölf bis etwa 14 Uhr! Danach ist die Küche bis zum Abend kalt und es bleiben nur Snack Bars oder Fast-Food-Ketten als Alternative.

Sören Peters

Cantinho do Bem Estar an der Rua do Norte 45. Ja, hinter diesem Eingang befindet sich wirklich ein Restaurant! (Foto: Sören Peters)

Cantinho do Bem Estar an der Rua do Norte 45. Ja, hinter diesem Eingang befindet sich wirklich ein Restaurant! (Foto: Sören Peters)

Bifana, also Fleisch im Brötchen, ist Fast Food auf portugiesische Art. (Foto: Sören Peters)

Bifana geht immer! Die Fleischfladen im Brötchen sind Fast Food auf portugiesische Art. Dazu gehört Senf, etwas Piri-Piri und eine Caneca! (Foto: Sören Peters)

2 Kommentare - “Essen und Trinken”

  1. Paulo Ferreira Sagt:

    Gute Vorschläge, Sören! Was die Schlepper angeht, bin ich gleicher Meinung, die sind eine wahre Plage und der beste Grund, den Laden zu meiden. Guten Appetit beim nächsten Besuch!

    Antwort

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