BARCELONA

Sehenswert // Essen und Trinken // Tipps und Tricks // Ausflüge

BarcelonaWas Reiseführer als „morbiden Charme“ bezeichnen, würde Otto Normalbesucher wohl „verranzt“ oder „heruntergekommen“ nennen. Doch gerade diese kleinen Macken sind es, die Barcelona so liebenswert machen. Nur wenige Meter von den touristischen Anziehungspunkten entfernt tut sich eine ganz andere Stadt auf, die man erst lieben lernen muss.

Streetart an der Ronda Sant Antoni. (Foto: Sören Peters)

Streetart an der Ronda Sant Antoni. Kaum eine Ecke in Barcelona ist „unbefleckt“. (Foto: Sören Peters)

Sicher, nichts ist einzuwenden gegen einen Einkaufsbummel durch das steril-saubere Maremagnum mit seinen teuren Restaurants. Und es spricht auch nichts gegen einen Spaziergang über die Rambles mit einem Snack-Stopp in den Markthallen der Boqueria. Doch das wahre Barcelona erschließt sich erst in den Hinterhöfen und Gässchen.

Von der Dachterrasse des schicken Barceló Raval lässt sich die komplette Stadt überblicken. (Foto: Sören Peters)

Von der Dachterrasse des schicken Barceló Raval lässt sich die komplette Stadt überblicken. (Foto: Sören Peters)

Etwa in den Straßen des Raval. Lange Zeit von Touristen gemieden, hat sich die Rambla del Raval ordentlich herausgeputzt. Dort findet sich auch das moderne Barceló-Hotel, von dessen Dachterrasse man einen schönen 360-Grad-Blick über die Stadt genießt. Das Museum für moderne Kunst (MACBA) gilt seit Jahren als Besuchermagnet des einst verrufenen Viertels.

Oder hinter der Placa Reial, wo schicke Restaurants auf zahlungskräftige Kundschaft aus aller Herren Länder warten. Doch biegt man – von dem Rambles kommend – in der linken hinteren Ecke zwischen dem Restaurant Les Quinze Nits und Sidecar-Club um die Ecke, tut sich eine ganz neue Welt auf. In den kleinen Gässchen hat sich die Stadt etwas von ihrem ursprünglichen Charme bewahrt. Die meisten Amüsier-Besucher versacken, sofern sie sich den überhaupt dort verlaufen, in der mojito-getränkten, stickigen Luft des „Sugar“.

Sinnbild: Zwischen die Touristen im Parc Güell mischt sich dieser Junggesellinnenabschied. (Foto: spe)

Sinnbild: Zwischen die Touristen im Parc Güell mischt sich dieser Junggesellinnenabschied. (Foto: spe)

Überhaupt hat die Stadt, so kontrovers das klingen mag, unter ihrer Beliebtheit zu leiden. In Zeiten der Billig-Airlines fallen ab dem Frühling scharenweise Sauftouristen ein, vorwiegend von den britischen Inseln. In Fußballtrikots, mit krebsroter Haut sieht man sie auf den Rambles oder am Strand von Barceloneta. Nachts klagen Anwohner beliebter Ausgeh-Viertel wie etwa El Born über Lärm und flüssige Hinterlassenschaften an den Hauswänden. Kleine Einschränkung: Auch bei einem gewissen Teil der Einheimischen ist dieser „incivisme“ zu beobachten.

Doch trotz feiernder Junggesellenabschiede, stickiger Metro-Stationen und der ständigen Vorsicht vor Taschendieben ist und bleibt Barcelona eine der liebenswertesten Städte der Welt. Ihre Schätze erschließen sich nicht auf den ersten Blick, doch wer die ausgetretenen Pfade verlässt und mit offenen Augen durch die Straßen geht, der wird sie entdecken – und lieben lernen.

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