PHNOM PENH

Straßenszene aus Phnom Penh, aufgenommen in der Nähe des Kandal Market. (Foto: Sören Peters)

Straßenszene aus Phnom Penh, aufgenommen in der Nähe des Kandal Market. (Foto: Sören Peters)

Phnom Penh – das klingt nach Exotik, quirligem Stadtleben und hauptstädtischer Erhabenheit. Aber auch nach Krieg, Zerstörung und Armut. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Zumindest war das mein Eindruck, als wir die Hauptstadt Kambodscha auf dem Weg von Siem Reap nach Sihanoukville besucht haben.

Vor dem Königspalast. (Foto: Sören Peters)

Vor dem Königspalast. (Foto: Sören Peters)

Auf der einen Seite präsentiert sich Phnom Penh als geleckte Großstadt, etwa rund um den Königspalast. Nur ein paar Meter weiter jedoch, wo tagsüber Marktstände aufgebaut sind, stinkt es in der Nacht bis zum Himmel. Dazwischen erinnern das Tuol-Sleng-Gefängnis und die Killing Fields etwas außerhalb der Stadt an die Schreckensherrschaft der Roten Khmer vor gerade einmal 40 Jahren. Architektonisch wirkte Phnom Penh ein wenig wie Saigon, das ja auch nicht allzu weit entfernt ist.

Am Preah Sihanouk Boulevard. (Foto: Sören Peters)

Am Preah Sihanouk Boulevard. (Foto: Sören Peters)

Ähnlich wie die südvietnamesische Millionenstadt lässt sich auch „PNH“ mit einem Stadtspaziergang erkunden. Die meist im Schachbrettmuster angelegten und „amerikanisch“ nummerierten Straßen erleichtern die Orientierung. Ungerade Straßen verlaufen von Nord nach Süd, gerade von West nach Ost. Dazwischen erinnern breite Boulevards an die französische Kolonialherrschaft.

Hier ein kleiner Foto-Rundgang durch Phnom Pehn. Weitere Bilder gibt es in meinem flickr-Stream.

Sören Peters

Wir starten unseren Rundgang am Wat Phnom, gelegen inmitten eines riesigen Kreisverkehrs im Norden des Stadtzentrums. (Foto: Sören Peters)

Wir starten unseren Rundgang am Wat Phnom, gelegen inmitten eines riesigen Kreisverkehrs im Norden des Stadtzentrums. (Foto: Sören Peters)

Wir spazieren nach Süden über den Preah Norodom Boulevard und biegen nach links in die 110. Straße ein (nicht wundern, wenn in der Nummerierung manche Zahlen einfach übersprungen werden). Am Old Market geht es vorbei... (Foto: Sören Peters)

Wir spazieren nach Süden über den Preah Norodom Boulevard und biegen nach links in die 110. Straße ein (nicht wundern, wenn in der Nummerierung manche Zahlen einfach übersprungen werden). Am Old Market geht es vorbei… (Foto: Sören Peters)

...zum Sisowath Quay. An der Uferpromenade gibt es - getrennt durch die Fahrbahn - einige gute und günstige Restaurants und Bars, wo man gut in den Abend starten kann. (Foto: Sören Peters)

…zum Sisowath Quay. An der Uferpromenade gibt es – getrennt durch die Fahrbahn – einige gute und günstige Restaurants und Bars, wo man gut in den Abend starten kann. (Foto: Sören Peters)

Auf der Höhe, wo sich der Mekong und der Tonlé Sap vereinen, steht der Wat Ounalom. (Foto: Sören Peters)

Auf der Höhe, wo sich der Mekong und der Tonlé Sap vereinen, steht der Wat Ounalom. (Foto: Sören Peters)

In den Straßen dahinter entstand diese Aufnahme. Typisches Stadtbild von PNH. Wir halten uns hier jedoch nicht länger auf, sondern spazieren am Flussufer weiter... (Foto: Sören Peters)

In den Straßen dahinter entstand diese Aufnahme. Typisches Stadtbild von PNH. Wir halten uns hier jedoch nicht länger auf, sondern spazieren am Flussufer weiter… (Foto: Sören Peters)

...passieren den in einem Kolonialgebäude untergebrachten Sitz der Unesco... (Foto: Sören Peters)

…passieren den in einem Kolonialgebäude untergebrachten Sitz der Unesco… (Foto: Sören Peters)

...und entdecken auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Nationalmuseum. Auch wenn das Bild täuscht, in der kleinen Parkanlage stank es höllisch. (Foto: Sören Peters)

…und entdecken auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Nationalmuseum. Auch wenn das Bild täuscht, in der kleinen Parkanlage stank es höllisch. (Foto: Sören Peters)

Dafür wirkt das Gebäude wie eine kleine Oase mitten in der Stadt. (Foto: Sören Peters)

Dafür wirkt das Gebäude wie eine kleine Oase mitten in der Stadt. Was die Person im hohen Gras veranstaltet, überlasse ich mal lieber Eurer Fantasie. (Foto: Sören Peters)

ein paar Meter weiter die Straße runter, kommen wir in eine gepflegte Anlage vor dem Königspalast. Der Eintritt erfolgt über die dem Flussufer/Sisowath Quay zugewandte Seite. (Foto: Sören Peters)

ein paar Meter weiter die Straße runter, kommen wir in eine gepflegte Anlage vor dem Königspalast. Der Eintritt erfolgt über die dem Flussufer/Sisowath Quay zugewandte Seite. (Foto: Sören Peters)

Auf der Straße wollten uns Tuk-Tuk-Fahrer weismachen, der Palast hätte wegen einer Zeremonie geschlossen und wollten uns für 15 US-Dollar eine Fahrt zu den Killing Fields aufschwatzen. Auch wenn es - im Vergleich zum Rest der Stadt - sehr ruhig aussieht: Unbehelligt weiterlaufen! (Foto: Sören Peters)

Auf der Straße wollten uns Tuk-Tuk-Fahrer weismachen, der Palast hätte wegen einer Zeremonie geschlossen und wollten uns für 15 US-Dollar eine Fahrt zu den Killing Fields aufschwatzen. Auch wenn es – im Vergleich zum Rest der Stadt – sehr ruhig aussieht: Unbehelligt weiterlaufen! Links im Bild übrigens der Supreme Court, rechts die Palastmauer. (Foto: Sören Peters)

Das Gelände erinnert ein wenig an den Wat Phra Kaeo in Bangkok. Hier im Bild: die Thronhalle. Der Innenraum darf jedoch nicht betreten werden, auch Fotoaufnahmen von außen sind nicht gestattet. (Foto: Sören Peters)

Das Gelände erinnert ein wenig an den Königspalast in Bangkok. Hier im Bild: die Thronhalle. Der Innenraum darf jedoch nicht betreten werden, auch Fotoaufnahmen von außen sind nicht gestattet. (Foto: Sören Peters)

Weiterer Saal auf dem Palastgelände. (Foto: Sören Peters)

Weiterer Saal auf dem Palastgelände. Dieser Teil ist der Straße zugewandt. (Foto: Sören Peters)

Auf dem Areal befindet sich zudem die Silberpagode. (Foto: Sören Peters)

Auf dem Areal befindet sich zudem die Silberpagode. (Foto: Sören Peters)

Chedis im weitläufigen Innenhof. (Foto: Sören Peters)

Chedis im weitläufigen Innenhof. (Foto: Sören Peters)

Diesem "Herz der Stadt" schließt sich im Süden eine kleine Parkanlage an, in dessen Zentrum sich das kambodschanisch-vietnamesische Freundschaftsdenkmal befindet. (Foto: Sören Peters)

Diesem „Herz der Stadt“ schließt sich im Süden eine kleine Parkanlage an, in dessen Zentrum sich das kambodschanisch-vietnamesische Freundschaftsdenkmal befindet. (Foto: Sören Peters)

Wir biegen nach rechts ab auf den Preah Sihanouk/Preah Suramarit Boulevard und spazieren schon schnurstracks auf das Unabhängigkeitsdenkmal zu. Das Monument steht auf einem riesigen Kreisel im Süden des Preah Norodom Boulevard. Nach Norden würde man wieder zum Wat Phnom geladen. (Foto: Sören Peters)

Wir biegen nach rechts ab auf den Preah Sihanouk/Preah Suramarit Boulevard und spazieren schon schnurstracks auf das Unabhängigkeitsdenkmal zu. Das Monument steht auf einem riesigen Kreisel im Süden des Preah Norodom Boulevard. Nach Norden würde man wieder zum Wat Phnom geladen. (Foto: Sören Peters)

Wir laufen jedoch noch ein Stückchen weiter, vorbei an Läden mit Moto-Zubehör auf der einen und Shopping-Malls auf der anderen Siete. An der 113. Straße biegen wir nach Süden ab und entdecken auf dem Weg zum Tuol-Sleng-Gefängnis diese koloniale Schmuckstück. Da die Geschichte der Roten Khmer jedoch in einem anderen Beitrag stattfindet, laufen wir gedanklich wieder Richtung Norden... (Foto: Sören Peters)

Wir laufen jedoch noch ein Stückchen weiter, vorbei an Läden mit Moto-Zubehör auf der einen und Shopping-Malls auf der anderen Siete. An der 113. Straße biegen wir nach Süden ab und entdecken dieses koloniale Schmuckstück. (Foto: Sören Peters)

Seitentor des Tuol-Sleng-Genozidmuseums. (Foto: Sören Peters)

Ein wenig später stehen wir vor dem ehemaligen S21-Gefängnis. Heute ist in dem Folterzentrum der Roten Khmer das Tuol-Sleng-Genozidmuseum untergebracht. (Foto: Sören Peters)

Von außen sieht es so friedlich aus, wie jede andere Schule. Das ehemalige S21-Gefängnis an der 113. Straße in Phnom Penh. (Foto: Sören Peters)

Im Gebäude einer Schule waren von 1975 bis Anfang 1979 rund 17.000 Kambodschaner inhaftiert. (Foto: Sören Peters)

Zwischen 1975 und Anfang 1979 waren hier knapp 17.000 Kambodschaner inhaftiert. (Foto: Sören Peters)

Das Bild lässt zwar auf ausschließlich männliche Inhaftierte schließen, doch um zu verhindern, dass später jemand Rache nehmen könnte, wurden ganze Familien eingesperrt. (Foto: Sören Peters)

Mit brutalen Foltermethoden quetsche man Informationen aus den angeblich nicht revolutionstreuen Insassen heraus. (Foto: Sören Peters)

Mit brutalen Foltermethoden quetsche man Informationen aus Insassen heraus. (Foto: Sören Peters)

Fotos an den Wänden dokumentieren das Vorgehen der Roten Khmer. (Foto: Sören Peters)

Fotos an den Wänden dokumentieren das Vorgehen der Roten Khmer. (Foto: Sören Peters)

Im Zellentrakt versperrt Stacheldraht den Weg zum Innenhof. Ein Entkommen war unmöglich. (Foto: Sören Peters)

Im Zellentrakt versperrt Stacheldraht den Weg zum Innenhof. Ein Entkommen war unmöglich. (Foto: Sören Peters)

Nicht viel größer als zwei Quadratmeter waren die Zellen der Inhaftierten. (Foto: Sören Peters)

Nicht viel größer als zwei Quadratmeter waren die Zellen der Inhaftierten. (Foto: Sören Peters)

Gang durch den Zellentrakt im S21-Gefängnis. (Foto: Sören Peters)

Gang durch den Zellentrakt im S21-Gefängnis. (Foto: Sören Peters)

Blick in den Innenhof. Im Vordergrund: Galgen und Bottiche. Den Folteropfern wurden die Hände auf dem Rücken gefesselt. Vom Galgen kopfüber hängend wurden sie bis zur Bewusstlosigkeit ins Wasser getaucht. Hinten: Die Gräber der 14 letzten Opfer, die die Vietnamesen bei der Befreiung Phnom Penhs vorfanden. (Foto: Sören Peters)

Blick in den Innenhof. Im Vordergrund: Galgen und Bottiche. Den Folteropfern wurden die Hände auf dem Rücken gefesselt. Vom Galgen kopfüber hängend wurden sie bis zur Bewusstlosigkeit ins Wasser getaucht. Hinten: Die Gräber der 14 letzten Opfer, die die Vietnamesen bei der Befreiung Phnom Penhs vorfanden. (Foto: Sören Peters)

Für die meisten Inhaftierten war hier Endstation: Die "Killing Fields" von Choeung Ek. Im Gedenkstupa... (Foto: Sören Peters)

Für die meisten Inhaftierten war hier Endstation: Die „Killing Fields“ von Choeung Ek, rund 20 Minuten außerhalb von Phnom Penh. Im Gedenkstupa… (Foto: Sören Peters)

...die sterblichen Überreste tausender Opfer aufbewahrt. (Foto: Sören Peters)

…sind die sterblichen Überreste tausender Opfer aufbewahrt. (Foto: Sören Peters)

Das Areal ist ein ehemaliger chinesischer Friedhof. Durch die Exhumierung der Leichname senkt sich der Erdboden ab. (Foto: Sören Peters)

Das Areal ist ein ehemaliger chinesischer Friedhof. Durch die Exhumierung der Leichname senkt sich der Erdboden ab. (Foto: Sören Peters)

Bänder der Trauer an den Massengräbern. (Foto: Sören Peters)

Bänder der Trauer an den Massengräbern. (Foto: Sören Peters)

Während der Hinrichtungen waren in diesem Baum Lautsprecher installiert. Zum Klang von Revolutionsmusik wurden die Delinquenten erschlagen, um Munition zu sparen. (Foto: Sören Peters)

Während der Hinrichtungen waren in diesem Baum Lautsprecher installiert. Zum Klang von Revolutionsmusik wurden die Delinquenten erschlagen, um Munition zu sparen. (Foto: Sören Peters)

Besonders berührend ist die Geschichte hinter dem "Killing Tree". (Foto: Sören Peters)

Besonders berührend ist die Geschichte hinter dem „Killing Tree“. (Foto: Sören Peters)

Es ist nur schwer vorstellbar, dass an einem eigentlich so ruhigen Ort sich so grausame Dinge ereignen konnten. (Foto: Sören Peters)

Es ist nur schwer vorstellbar, dass an einem eigentlich so ruhigen Ort sich so grausame Dinge ereignen konnten. (Foto: Sören Peters)

Noch heute treten nach und nach Knochenfragmente und Kleiderfetzen an die Erdoberfläche. (Foto: Sören Peters)

Noch heute Knochenfragmente und Kleiderfetzen an die Erdoberfläche. (Foto: Sören Peters)

Auch das ist Phnom Penh: Vorbei an den Wellblechsiedlungen geht es mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zurück in die Stadt. (Foto: Sören Peters)

Auch das ist Phnom Penh: Vorbei an den Wellblechsiedlungen geht es mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zurück in die Stadt. (Foto: Sören Peters)

Hier gelanden wir nach einiger Zeit zum Psar Thmei (Zentralmarkt). Das Gebäude im Art-Déco-Stil wirkt ein wenig befremdlich, verglichen mit der sonstigen Architektur. (Foto: Sören Peters)

Hier stoppen wir mit dem Tuk-Tuk am Psar Thmei (Zentralmarkt). Das Gebäude im Art-Déco-Stil wirkt ein wenig befremdlich, verglichen mit der sonstigen Architektur. (Foto: Sören Peters)

Die Zugänge wirken durchaus futuristisch. (Foto: Sören Peters)

Die Zugänge wirken durchaus futuristisch. (Foto: Sören Peters)

Das Warenangebot im Innern (Sonnenbrillen, Kleidung, Plüschtiere, etc.) konnte uns jedoch nicht überzeugen. (Foto: Sören Peters)

Das Warenangebot im Innern (Sonnenbrillen, Kleidung, Plüschtiere, etc.) konnte uns jedoch nicht überzeugen. (Foto: Sören Peters)

Vorbei an den typischen Straßenecken geht es weiter Richtung Norden... (Foto: Sören Peters)

Vorbei an den typischen Straßenecken geht es weiter Richtung Norden… (Foto: Sören Peters)

Stattdessen liefen wir weiter Richtung Norden, wo sich in der Nähe des Wat Phnom die Zeichen der Zeit bemerkbar machen. Obwohl Kambodscha im Vergleich zu Thailand noch viel aufzuholen hat, beginnt auch hier allmählich eine neue Zeit. (Foto: Sören Peters)

…wo sich in der Nähe des Wat Phnom die Zeichen der neuen Zeit bemerkbar machen. (Foto: Sören Peters)

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