Agra: Taj Mahal – und sonst so?

25. April 2016

Indien

Das Taj Mahal, gesehen vom Fort. (Foto: Sören Peters)

Das Taj Mahal, gesehen vom Fort. (Foto: Sören Peters)

Machen wir es kurz: Hätte sich Shah Jahan nicht vor rund 400 Jahren unsterblich in seine Mumtaz verliebt, und hätte sie im Alter von 38 Jahren die Geburt des 14. Kindes überlebt, Agra wäre heute vermutlich ein vermülltes und versmogtes Dreckloch.

Okay, Agra ist auch so ein vermülltes und versmogtes Dreckloch, aber da das Taj Mahal das wohl berühmteste Bauwerk Indiens ist, verlässt kaum ein Tourist das Land, ohne hier gewesen zu sein. Kein Wunder also, dass Schlepper und fliegende Verkäufer hier aufdringlicher sind als an anderen Orten. Doch die permanente Anwesenheit von gutmütigen westlichen Ausländern – vom 19 Jahren alten Backpacker bis zur amerikanischen Rentnergruppe – ist prinzipiell erstmal nicht schlecht, wenn man Schneekugeln, Fake-Marmor oder sonstigen Nippes verkaufen will. Buy, buy buy. No – bye bye!

Das weltberühmte Taj Mahal - trotz der widrigen Umstände ist ein Besuch absolut lohnenswert. (Foto: Sören Peters)

Das weltberühmte Taj Mahal – trotz der widrigen Umstände ist ein Besuch absolut lohnenswert. (Foto: Sören Peters)

Ansonsten ist die Geschichte rasch erzählt: Shah Jahan ließ das Taj als Grabmal für seine Mumtaz nach deren Tod im Jahr 1631 errichten. Laut Wikipedia waren mehr als 20.000 Handwerker aus Süd- und Zentralasien beteiligt und stellten das Mausoleum bis 1648 fertig (die Nachfahren schuften heute vermutlich unter ähnlich miesen Bedingungen, um WM-Stadien in Katar oder Wolkenkratzer in Dubai zu bauen).

Besucher in den Gärten des Taj Mahal. (Foto: Sören Peters)

Besucher in den Gärten des Taj Mahal. (Foto: Sören Peters)

Das Taj an sich: Absolut lohnenswert

Ist man erst einmal auf dem Gelände, bereut man den vergleichsweise hohen Eintritt von 750 Rupien (ca. 11 Euro) auf keinen Fall. Das Taj Mahal selbst, seit 1983 auf der Unesco-Liste für Weltkulturerbe, ist mehr als beeindruckend. Der lange Garten, der auf das Mausoleum zuläuft, ist weltberühmt. Scheint die Sonne auf den weißen Marmor, bereut man es, die Sonnenbrille zuhause vergessen zu haben. Für eine solche Erfahrung lohnt es sich, die widrigen Umstände in Kauf zu nehmen.

Eingang zum Agra Fort (Red Fort). (Foto: Sören Peters)

Eingang zum Agra Fort (Red Fort). (Foto: Sören Peters)

Red Fort, bzw. Agra Fort

Ansonsten gibt es in Agra noch das Red Fort, bzw. Agra Fort, zu sehen. Die weitläufige Anlage ist eine fünfminütige Fahrt vom Taj Mahal entfernt. Von hier aus hat man einen guten Blick über den Yamuna River. Die Festung diente den Mogul-Herrschern im 16. und 17. Jahrhundert als Palast. Nice to see, doch das Highlight in Agra ist unumstritten das Taj.

Details im Agra Fort. (Foto: Sören Peters)

Details im Agra Fort. (Foto: Sören Peters)

Praktisches zu Agra

Das Taj Mahal ist freitags geschlossen. Ansonsten gelten für den Besuch strenge Regeln, so sind beispielsweise Essen und Rauchen untersagt. Elektronische Geräte – Kameras ausgenommen – sind nicht gestattet. Handys müssen ausgeschaltet bleiben (was der munteren Smartphone-Fotografie jedoch keinen Abbruch tut, zudem sieht man immer wieder telefonierende Inder). Offizielle Homepage auf Deutsch

"Waschsalon" am Ufer des Yamuna. Geschmäckle: Der Fluss gilt Hindus als Heilig, so dass hier auch Leichen beigesetzt werden. (Foto: Sören Peters)

„Waschsalon“ am Ufer des Yamuna. Geschmäckle: Der Fluss gilt Hindus als Heilig, so dass hier auch Leichen beigesetzt werden. (Foto: Sören Peters)

Ursprünglich war für den Besuch von Agra eine Übernachtung vorgesehen, allerdings bietet das offizielle Tourismusbüro von New Delhi eine Tagestour an, die meiner Einschätzung nach vollkommen ausreicht, um das Wichtigste gesehen zu haben. Angesichts dessen, was Agra sonst so zu bieten hat, vielleicht nicht die schlechteste Wahl, außer man reist weiter nach Fatehpur Sikri oder direkt nach Jaipur… Weitere Infos

Ein bisschen Klischee muss sein: Kühe in Agra. (Foto: Sören Peters)

Ein bisschen Klischee muss sein: Kühe in Agra. (Foto: Sören Peters)

Agra liegt rund 220 Kilometer südöstlich von Delhi. Neben der Tagestour mit dem Delhi Tourism Board (siehe oben) verkehren auch Überlandbusse. Als Zugverbindung ab Delhi bietet sich der „Bhopal Shatabdi“ (12002) an, der die New Delhi Station jeden Morgen um 6 Uhr verlässt und Agra Cantonment zwei Stunden später erreicht. Für Bahnfahrten innerhalb Indiens müssen sich Ausländer zuvor bei Indian Railways registrieren! Ein gutes Buchungsportal ist Cleartrip. Tipps zum Zugfahren in Indien gibt es bei Travelicia.

Mehr Fotos im flickr-Stream

Sören Peters

Advertisements
, , , , , , , , ,

Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

Zeige alle Beiträge von Sören Peters

PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: