Kurztrip Porto – nicht nur für Fußballfans

15. Februar 2016

Portugal

Rabelo-Boote liegen vor der Ponte Luís I. auf dem Douro. Zum Weintransport werden die Schiffe heutzutage aber nicht mehr benutzt. (Foto: Sören Peters)

Rabelo-Boote liegen vor der Ponte Luís I. auf dem Douro. Zum Weintransport werden die Schiffe heutzutage aber nicht mehr benutzt. (Foto: Sören Peters)

Nachdem sich halb Europa schonmal ein Wochenende lang durch Barcelona gefeiert hat, ist Portugal die nächste angesagte Destination. Der Verdacht liegt zumindest nahe, wenn man hört, wer aus seinem Bekanntenkreis jüngst in Lissabon war oder eine Reise nach Porto plant. Ryanair und Co. machen den preisgünstigen Kurztrip möglich.

Spätestens mit dem BVB-Spiel in der Europa League rückt die Stadt auch wieder in das mediale Interesse in Deutschland. In den Jahren zuvor hatten ja schon die Fans von Eintracht Frankfurt und unsere blauen Nachbarn das Glück, ihre Mannschaften nach Nordportugal begleiten zu dürfen. Das Spiel meiner Dortmunder nehme ich mal als Anlass für einen kurzen Quick-Guide, der natürlich nicht nur für Fußballfans geeignet ist.

Avenida dos Aliados. (Foto: Sören Peters)

Avenida dos Aliados. (Foto: Sören Peters)

Anschauen
Porto verbindet man in erster Linie mit Portwein. Der wird – streng genommen – aber gar nicht in der Stadt selbst produziert, sondern am gegenüberliegenden Flussufer in Gaia. Dort befinden sich die zahllosen Portweinkellereien, die meisten von ihnen mit Verkostung. Und man hat einen tollen Blick auf die „Eiffelbrücke“ Ponte Luís I. sowie auf die Altstadt Portos (Uferviertel Ribeira, Torre dos Clérigos, Kathedrale). In der Stadt selbst sind die Avenida dos Aliados mit dem vor Kopf stehenden Rathaus und das Viertel rund um die Börse (Palácio da Bolsa) sehenswert. Shoppingmeile ist die Rua Sá da Bandeira.

Francesinha a moda do Porto. (Foto: Sören Peters)

Francesinha a moda do Porto. (Foto: Sören Peters)

Essen & Trinken
Klar, ohne einen Portwein probiert zu haben, sollte man die Stadt nicht verlassen. Wer aber nicht extra eine Weinprobe machen möchte, kann das auch gleich beim Essen erledigen. Der süße, hochprozentige Tropfen ist ein beliebter Aperitif. Was das Essen angeht, ist Porto bekannt für seine „Francesinha“. Das sind verschiedene Lagen Brot und Fleisch aufeinandergestapelt, mit Käse überbacken und mit einer Biersauce übergossen. Dazu trinkt man am besten ein Glas Super Bock. Keine Angst, es handelt sich dabei nicht wirklich um ein Bockbier, sondern um gewöhnliches Lager. Super Bock ist Sponsor von Sporting und vom FC Porto, die Konkurrenzmarke Sagres unterstützt Benfica. Welches Bier man trinkt ist also durchaus eine Glaubensfrage. Am besten schmeckt es – wie immer – in den kleinen, einfachen Lokalen in den Seitenstraßen. Als positives Zeichen werte ich immer Papiertischdecken auf dem Tisch. Essenszeit ist von 12 bis 14 Uhr, später kann es passieren, dass die Küche bis zum Abend geschlossen ist.

In Porto lässt sich vieles zu Fuß erledigen, allerdings geht es bisweilen steil bergauf und -ab. Die Straßen sind häufig verstopft. (Foto: Sören Peters)

In Porto lässt sich vieles zu Fuß erledigen, allerdings geht es bisweilen steil bergauf und -ab. Die Straßen sind häufig verstopft. (Foto: Sören Peters)

Fortbewegung
Porto ist eine recht hügelige Stadt. Vom Douro ausgehend geht es steil bergauf. Allerdings sind die Wege kurz, so dass man das Stadtzentrum, bzw. die touristisch relevanten Bereiche gut zu Fuß erkunden kann. Wer nicht laufen mag und dazu noch weiter entfernte Viertel wie Boavista (ältere Fans erinnern sich) anschauen mag, ist mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus gut bedient. Startpunkt ist die Avenida dos Aliados, wo es auch Tickets zu kaufen gibt (13 Euro für zwei Tage). Darüber hinaus verfügt Porto über ein Straßenbahn- und Metronetz.

Blick ins Estádio do Dragão des FC Porto. (Foto: Sören Peters)

Blick ins Estádio do Dragão des FC Porto. (Foto: Sören Peters)

Stadion
Das Estádio do Dragão liegt gute drei Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums (Avenida dos Aliados). Ab den Stationen Trindade und Bolhão ist die Spielstätte auch mit der Metro zu erreichen. Da viele Porto-Fans nicht in der Stadt wohnen, sondern aus dem ländlichen Umland anreisen, ist das Verkehrschaos rund ums Dragão vorprogrammiert. Rund ums Stadion gibt es einige Bars, die fest in blau-weißer Hand sind, an den Wegen zum Stadion gibt es zudem Essensstände, die Fleisch im Brötchen („Bifana“), Bier und Softdrinks anbieten. Ein beliebter Treff ist zudem das benachbarte Einkaufszentrum „La Dolce Vita“ (sic!). Im Foodcourt wird frisch gezapftes Bier ausgeschenkt. Der Gästeblock des 50.000er-Stadions befindet sich im Oberrang der Gegengerade auf der Seite des Einkaufszentrums. Wer sich über das Onlineticketing mit Karten eingedeckt hat, sollte zeitig am Ticketschalter aufschlagen, damit Euch nicht das Gleiche passiert wie uns beim CL-Quali-Spiel Porto gegen Lille.

Fotostrecke Porto // Fotos im flickr-Stream

Sören Peters

Nachtpanorama: Über dem Uferviertel Ribeira erhebt sich der Torre dos Clérigos. Rechts oben: die Kathedrale. (Foto: Sören Peters)

Nachtpanorama: Über dem Uferviertel Ribeira erhebt sich der Torre dos Clérigos. Rechts oben: die Kathedrale. (Foto: Sören Peters)

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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