Kuala Lumpur: Weihnachtswahnsinn in den Tropen

9. Dezember 2015

Asien, Malaysia

Leichter Schneefall bei 32 Grad: In der Weihnachtszeit greifen die Betreiber des Einkaufszentrums Pavilion tief in die Trickkiste. (Foto: Sören Peters)

Leichter Schneefall bei 32 Grad: In der Weihnachtszeit greifen die Betreiber des Einkaufszentrums Pavilion tief in die Trickkiste. (Foto: Sören Peters)

Wenn es eine Steigerung des Wortes Kitsch geben sollte, dann stammt dieser Ausdruck mit Sicherheit aus dem Malaysischen. Erfunden in der Vorweihnachtszeit. Denn was sich bei schwüler Hitze in Kuala Lumpur abspielt, ist der reinste Weihnachtswahnsinn. Während man in Deutschland ein paar Holzbuden aufstellt und die Besucher mit Glühwein konsum-gefügig macht, fahren die Einkaufszentren der Tropen-Metropole so richtig auf.

Im Pavilion: Ein Tunnel aus Einkristallen führt zum... (Foto: Sören Peters)

Im Pavilion: Ein Tunnel aus Einkristallen führt zum… (Foto: Sören Peters)

Im Pavilion etwa wurde das gesamte Untergeschoss in ein Winter-Wunderland verwandelt. Vom Eingang aus führen hell erleuchtete Eiskristalle aus Plastik direkt in die kitschige Weihnachtswelt. Highlight im Eingangsbereich ist jedoch Kunstschnee. Mit Einbruch der Dunkelheit ließen die Betreiber des Einkaufszentrums eine seifenschaum-ähnliche Substanz herabrieseln – inklusive der daraus resultierenden Glätte. Das nenn ich mal authentisch!

...Winter-Wunderland im Untergeschoss. (Foto: Sören Peters)

…Winterland im Untergeschoss. (Foto: Sören Peters)

Auch entlang der Haupt-Einkaufsstraße, der Bukit Bintang, glitzert und blinkt es. Offenbar haben die Shopping-Center das Selbstverständnis einer amerikanischen Kleinstadt: Wer in der Weihnachtszeit mehr Strom verbraucht als der Flughafen Chicago O‘Hare, hat gewonnen.

Im Suria KLCC. (Foto: Sören Peters)

Im Suria KLCC. (Foto: Sören Peters)

Ein ähnliches Bild bietet sich im etwas edleren Suria KLCC, am Fuße der Petronas Twin Towers. Hier begrüßen ein riesiger Teddybär und ein Weihnachtsmann die Besucher. Überall glitzert und blinkt es, so dass selbst die katholischste Dorf-Mama in Nord-Portugal damit überfordert wäre.

Season's Greeting an der Bukit Bintang. (Foto: Sören Peters)

Season’s Greetings: Stimmungsvoll beleuchteter Bogen an der Bukit Bintang. (Foto: Sören Peters)

Moment mal: Ist Malaysia nicht eigentlich ein muslimisches Land? Jep. Krippen, Engel oder ähnliche Symbole sucht man vergeblich. Dafür aber hat die Vielvölkerstadt einen herrlich entspannten Umgang mit Weihnachten gefunden. Im Gegensatz zum etwas steifen Weihnachtsfest in Deutschland ist das vollkommen unverkrampfte „Weihnachtsevent“ ein netter Kontrapunkt.

Sören Peters

Nicht nur innen, sondern auch außen blinkt und glitzert das Pavilion-Center. (Foto: Sören Peters)

Nicht nur innen, sondern auch außen blinkt und glitzert das Pavilion-Einkaufszentrum. (Foto: Sören Peters)

Weihnachtsbäume und Rentiere an der Bukit Bintang. (Foto: Sören Peters)

Weihnachtsbäume und Rentiere an der Bukit Bintang. (Foto: Sören Peters)

Links noch einmal der Kunstschnee vor dem Pavilion. Rechts: "KL" ist auf Weihnachten getrimmt. (Fotos: Sören Peters)

Links noch einmal der Kunstschnee vor dem Pavilion. Rechts: „KL“ ist auf Weihnachten getrimmt. (Fotos: Sören Peters)

Vor dem Pavilion. (Foto: Sören Peters)

Vor dem Pavilion. (Foto: Sören Peters)

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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