Reisen mit Baby: Was sich alles ändert

11. September 2015

Portugal

Teddy und Affe James mussten natürlich auch mit! (Foto: Sören Peters)

Teddy und Affe James mussten natürlich auch mit! (Foto: Sören Peters)

Mit einem Säugling ein paar Tage wegzufahren kann doch nicht so schwer sein: Ein paar Anziehsachen einpacken, Windeln, Fläschchen, und gut is‘ – oder etwa nicht? Eher nicht. Denn wäre es wirklich so einfach, würde ich ja jetzt nicht darüber schreiben. Denn hätte ich an alles denken müssen, wir hätten unsere Tochter nach drei Tagen in einen Kartoffelsack hüllen und mit Küchentüchern wickeln müssen. Und bei unserer Ankunft in Deutschland hätte das Jugendamt Köln ein Empfangskomitee gestellt.

Daher bin ich auch ganz froh, dass meine Frau so umsichtig an alles gedacht hat. Denn das Reisen – und ist es nur ein Kurztrip nach Portugal zum Familienbesuch – verändert sich radikal, wenn ein Baby dabei ist. Wenn wir schon für den Wochenendbesuch bei den Großeltern einen Koffer brauchen, kann man sich an fünf Fingern abzählen, was man für sechs Tage in Portugal braucht.

Buchung
Früher: Du suchst nach dem absolut billigsten Flug, egal ob um 6 Uhr morgens oder 22 Uhr abends. Gepäck? Passt locker in einen Rucksack oder maximal in einen Cabin-Size-Trolley!
Mit Baby: Du suchst nach der passenden Uhrzeit, so dass der Flug möglichst in den Schlafrhythmus des Kindes passt – egal ob mit Lufthansa oder Ryanair. Und du brauchst 20 kg Gepäck. Mindestens!

Packen
Früher: Eine Stunde bevor Du zum Flughafen fährst stopfst Du Deine Klamotten in den Rucksack und kontrollierst kurz, ob Du wenigstens deinen Pass, Geld und Deine Kreditkarte dabei hast.
Mit Baby: Eine Woche vorher werden dem Kind nur noch die Sachen angezogen, die nicht mit in den Urlaub kommen. Drei Tage vorher wird alles in einen Wäschekorb gelegt. Am Vorabend wird der Koffer gepackt, am Vormittag des Abfluges noch einmal mit Dinge aufgefüllt, die man erst wieder vor Ort braucht.

Am Flughafen
Früher: Du wartest eine halbe Stunde auf den Check-In und regst Dich über die Kinderwagen-Fraktion auf, die sich dreist vordrängelt.
Mit Baby: Du darfst an der Schlange vorbei und sofort einchecken. Ha! Dafür checkst Du alle Waschräume auf das Vorhandensein eines Wickelraums.

Handgepäck
Früher: Deine ganzen Klamotten, Fotoausrüstung, Buch.
Mit Baby: Wickelunterlage, Feuchttücher, Windeln, Thermoflasche mit warmem Wasser, vorportioniertes Milchpulver, Ersatzschnuller, Spucktuck, Decke, Mützchen (alles in der Wickeltasche). Dazu noch ein kleiner Trolley und Dein eigener Kram, am Ende noch das Kind auf dem Arm. Wie ein Packesel steigst du in den Flieger.

Im Flugzeug
Früher: Du liest, du schläfst – und bemitleidest die armen Schweine 15 Reihen vor dir, weil das Kind die ganze Zeit heult. Und die Passagiere in deren Nähe.
Mit Baby: Du grinst diabolisch in Dich hinein, wenn Dein Baby losheult – und bist am Ende doch froh, wenn die Kleine gleich nach dem Start einschläft, bei der Landung ein Fläschchen verdrückt und so vom Druck auf den Ohren überhaupt nichts mitkriegt. Natürlich hat unser Engelchen auch die komplette Mietwagen-Fahrt von Porto in die Serra da Estrela verschlafen.

…und wenn alles überstanden ist, freust Du Dich auf die nächste Reise, um die Welt zu dritt erkunden zu können.

Welche Erfahrungen habt Ihr beim Reisen mit kleinen Kindern gemacht? Habt Ihr Tipps und Tricks auf Lager? Oder was ist Euch mal negativ aufgefallen? Ab in die Kommentare damit!

Eine lesenswerte Seite zum Thema Reisen mit Kindern ist fernweh-mit-kids.de. Schaut mal rein!

Sören Peters

PS: Natürlich sind einige der oben erwähnten Situationen überspitzt dargestellt, ich habe zum Beispiel nie das Gesicht verzogen, wenn Eltern mit kleinen Kindern beim Check-In bevorzugt abgefertigt werden. Damit möchte ich lediglich zeigen, wie sehr sich das Reisen verändert, wenn man sich nicht mehr nur um sich selbst kümmern muss, sondern Verantwortung für ein Kind trägt.

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

4 Kommentare - “Reisen mit Baby: Was sich alles ändert”

  1. esmeraldainlove Sagt:

    Ich musste gerade lachen, da wird morgen auch das erste Mal mit Baby verreisen.
    Die Vorbereitungen haben Anfang der Woche schon angefangen und gestern Abend habe ich die letzte Wäsche aus dem Keller geholt und in den Koffer gelegt. Nun fehlen nur noch die Sachen, die wir für den Weg brauchen. Aber da wir die meisten Sachen heute ja noch brauchen, wird das als letztes gepackt.
    Bin dann mal gespannt, wie der Flug wird! :)
    Allerdings haben wir keine passende Flugzeit gefunden und ich bin schon seit einer Woche am überlegen, wie das meine kleine Maus meistern wird. Schaffe ich es Sie mühelos aus dem Bettchen in den Maxi-Cosi zu packen, wird sie direkt hellwach oder schläft sie einfach wieder ein im Auto? Am Flughafen muss ich ihr dann wohl die Morgenflasche geben, aber das müsste kurz vor dem Abflug sein. Was, wenn ich gerad irgendwo anstehe? Entweder ich gebe es ihr vorher oder sie schafft es bis wir im Flieger sitzen….ja, mit Baby ist das alles nicht mehr so einfach wie früher. :-)

    Antwort

    • Sören Peters Sagt:

      Das Spannende ist ja, dass jedes Baby anders reagiert. Wir hatten echt Glück mit unserer kleinen Maus. Im Auto schläft sie ohnehin immer sofort ein. Ich drücke Euch die Daumen, dass alles klappt!

      Antwort

  2. motessa Sagt:

    also wenn wir als Familie auf Reisen gehen habe ich immer den Eindruck wir wandern aus…der Gepäcksturm ist immens und der nichteingepackte Kleinkram so hoch wie der Mount Everest – gefühlsweise zumindest. Erschreckend ist dann das Gesicht der Person, die uns in ihrer Wohnung empfängt, UND unser Gepäck sieht…Übrigens bin ich letzten Herbst mit meiner zweitältesten (13) nach London geflogen, und wir hatten BEIDE nur 1 klitzekleinen Koffer dabei, unterwegs im Flugzeug genoss ich mein Buch (sie ihren I-Pod) und es war echt gemütlich:-)

    Antwort

Trackbacks/Pingbacks

  1. Mit Baby in Portugal - Milch, Pampers und Co. - Fluchtplan - Reiseblog - 27. Oktober 2015

    […] Gerade beim ersten Kind neigen wir jungen Eltern zur maßlosen Übertreibung. Ein harmloses Niesen ist gleich ein Grund zum Fiebermessen. Die Windel wird schon nach dem kleinsten Pups gewechselt. Und selbst im Hochsommer darf die Kleine nicht ohne Mütze aus dem Haus. Klar, wir wollen nix verkehrt machen und vor der ersten Reise ins Ausland, auch wenn es nur ein Kurztrip nach Portugal ist, machen wir uns Gedanken um das Wohlbefinden des Kindes. Passend dazu der vorherige Post: Reisen mit Baby – was sich alles ändert. […]

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