Mit dem Mietwagen durch Portugal: Was beachten?

2. September 2015

Portugal

Unterwegs auf Portugals Straßen, hier in einem Dorf der Serra da Estrela. (Foto: Sören Peters)

Unterwegs auf Portugals Straßen, hier in einem Dorf der Serra da Estrela. (Foto: Sören Peters)

Autovermietungen halte ich erst einmal alle für potenzielle Verbrecher, die auf meine Kosten ihre Karren reparieren wollen. Diese Annahme ist natürlich so hieb- und stichfest wie die Behauptung, Einwanderer würden uns die Jobs wegnehmen. Doch wenn wir mit dem Mietwagen durch Portugal fahren, haben wir uns angewöhnt, auf bestimmte Dinge zu achten:

Vollkasko ohne Selbstbeteiligung! Wenn mal etwas ganz Dummes passieren sollte, müsst Ihr nicht aus der eigenen Tasche Geld drauflegen. Der Aufpreis für die Versicherung ist jeden Cent wert! Nicht wundern: In der Regel wird die Höhe der Selbstbeteiligung auf der Kreditkarte dennoch geblockt, aber bei Rückgabe wieder freigegeben.

Voll-Voll-Regelung! Manche Anbieter arbeiten mit der Regelung, den Wagen mit einem leeren Tank abzugeben, erheben dann aber einen Zuschlag von 60 bis 90 Euro. Da es kaum jemand schafft, auf dem letzten Tropfen am Flughafen anzukommen, kassieren die Vermieter gleich doppelt – zum einen behalten sie den Restsprit, zum anderen übersteigen die Kosten den Preis der Tankfüllung bei Weitem.

Genau hingucken! Jeden noch so kleinen Kratzer auf dem Übergabeprotokoll vermerken und ggfs. mit einem Handyfoto dokumentieren. Ist das Reserverad da? Ist der Verbandskasten an seinem Platz? Gibt es eine Warnweste? Das klingt zwar penibel und pedantisch, doch seitdem meine Frau einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat und 200 Euro aus der eigenen Tasche latzen musste, schauen wir lieber zwei Mal hin.

Nach Diesel fragen! Diesel ist ca. 20 Cent/Liter günstiger als Super-Kraftstoff. Während der vergangenen Reise sind wir nur von Porto in die Region Guarda gefahren, ein paar Mal vom Dorf in die Stadt und wieder zurück nach Porto. Spritkosten insgesamt: 50 Euro – inklusive Volltanken kurz vorm Flughafen! Bei weiteren Strecken, etwa durch den Norden, nach Lissabon und weiter an die Algarve, macht sich die Ersparnis noch einmal mehr bemerkbar. Auch wenn der Autovermieter einem zunächst einen Super-Wagen andrehen will, nach einem Diesel zu fragen kostet nix. Hier ein paar Eindrücke von unserem Kurztrip in die Serra da Estrela.

 

Unterwegs in Portugal – ganz allgemein

Maut: Es ist ein Vergnügen, auf Portugals Autobahnen zu fahren. Die Straßen sind gut ausgebaut und verhältnismäßig leer. Der Grund dafür ist die Maut. Nicht wenige Portugiesen weichen daher auf National- oder Schnellstraßen aus, gekennzeichnet mit einem „N“ oder einem „IP“/“IC“ (Itinerários Principales/Itinerários Complementares). So funktioniert das mit der Maut: Alle paar Kilometer kommt eine Brücke, ähnlich der Lkw-Maut in Deutschland. Dann piepst ein kleines Kästchen, das an der Windschutzscheibe befestigt ist. Das bedeutet, dass das Kennzeichen erfasst wurde. Der entsprechende Betrag ist dann später bei der Post („Correios“) oder in speziell markierten Kiosken zu bezahlen. Meist handelt es sich hier um Beträge zwischen 0,45 und 2,50 Euro, was sich mit der Zeit aber aufaddiert. Zu Beginn und am Ende der Autobahnen gibt es nicht selten eine Mautstation, wo noch einmal ein Betrag in bar oder mit Kreditkarte zu entrichten ist.

Via Verde: Wer es ganz eilig hat, kann an den Mautstationen die grüne Spur nutzen. Hier wird der Betrag, der sonst in bar oder mit Karte gezahlt wird, automatisch einbehalten und dann später mit dem Mietwagenanbieter verrechnet. Wir verzichten jedoch meist darauf, da die Wartezeit an den Mautstationen ohnehin gering ist. Zudem verlangen die Autovermieter eine Gebühr für die Via Verde. Bei unserem Kurztrip nach Portugal Ende August 2015 waren das vier oder fünf Euro am Tag. Bei fünf Tagen zwar ärgerlich, aber durchaus zu verschmerzen, bei einem Aufenthalt von zwei Wochen würde ich schon mit den Zähnen knirschen.

Vorsicht am 31. August: Wenn Euer Rückflug ausgerechnet am 31. August geht, plant lieber mehr Zeit für die Abgabe des Autos ein. Der Grund dafür: In Frankreich enden die Sommerferien und das halbe Land macht sich auf den Weg in die zweite Heimat, bzw. zurück an die Arbeit. Der Andrang an den Terminals, sofern die Franko-Portugiesen nicht ohnehin mit dem eigenen Wagen gekommen sind, ist nicht zu unterschätzen. Im vergangenen Jahr reicht die Schlange am Flughafen Lissabon vom Rental-Car-Parkhaus bis kurz vor das Terminal!

Serie: Zehnteiliger Road-Trip durch Portugal

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Goldcar ab Porto
Wie bereits angekündigt noch ein kleiner Erfahrungsbericht: Im Terminal wurden wir von einer Mitarbeiterin in Empfang genommen und zum gegenüberliegenden Parkplatz geschickt. Dort stand dann ein Transfer zur Abholstation bereit (ca. fünf Minuten). Nach rund einer Viertelstunde Wartezeit hatten wir dann den Wagen (Ford Focus Kombi, Diesel). Der Wagen war schon recht vermackelt, worauf die Mitarbeiterin aber auch sofort hinwies. Zwar war vermerkt, dass das Reserverad fehlen würde, beim Blick in den Kofferraum war es jedoch da. Dickes Minus bei Coldcar ist die Via-Verde-Pflicht (siehe oben), hier hatte man leider keine Wahl, sondern musste die Schnellspur dazubuchen. Die Rückgabe klappte reibungslos. Ohnehin überprüfte die Mitarbeiterin nur, ob der Wagen wieder vollgetankt war. Von der Innenstadt kommend hat man in Porto die Möglichkeit, vom Stadtring kommend, an der Raststätte in Matosinhos (A28) den Tank aufzufüllen. Der Shuttle von der Mietwagenstation zur Terminal klappte dann auch wieder ohne Probleme.

Sören Peters

Vielleicht interessierst Du Dich ja auch für Lissabon oder für Beachhopping an der Algarve?

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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