Der Tag, der London veränderte

7. Juli 2015

London

Rund um den Big Ben entstehen neue Fahrradwege, zudem gibt es auf einige Tube-Linien an den Wochenenden einen Nachtbetrieb. (Foto: Sören Peters)

Symbolbild: Bei Anschlägen auf die Londoner U-Bahn am 7. Juli 2005 starben 52 Menschen. 700 weitere wurden verletzt. (Foto: Sören Peters)

Es ist das Trauma einer Weltstadt. Was für die New Yorker der 11. September ist und für Tokio der 20. März, ist für die Londoner der 7. Juli 2005. In einer Serie von Bombenanschlägen rissen vier junge Männer 52 weitere Menschen mit in den Tod und verletzten 700. Zwischen 8:50 und 9:47 Uhr zündeten sie Sprengsätze in drei U-Bahn-Zügen und in einem Bus. Auch in den Tagen danach stand London still. Wie die Überlebenden auch heute noch gegen den Schock kämpfen, dokumentiert die Tagesschau.

Wolkenkratzer auf der Isle of Dogs. (Foto: Sören Peters)

Die Wolkenkratzer auf der Isle of Dogs waren das Ziel von IRA-Anschlägen im Jahr 1996. (Foto: Sören Peters)

7/7 hat die Stadt – und das Land – nachhaltig verändert. Zur Einordnung: Am Tag zuvor hatte London bei der IOC-Sitzung in Singapur den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2012 erhalten. Nach den New-York-Anschlägen vier Jahre zuvor war eine Sicherheitsdebatte in vollem Gange. Kann London überhaupt die Sicherheit der Spiele garantieren? Nun ist es nicht so, dass London vorher noch nie von Terror heimgesucht wurde. 1993 verübten IRA-Aktivisten einen Bombenanschlag am Bishopsgate in der City of London, bei dem ein Foto-Journalist getötet und 44 weitere Menschen verletzt wurden. Drei Jahre später ließ die Irish Republican Army in den gerade neu gestalteten, aufgewerteten Docklands eine weitere Bombe hochgehen (zwei Tote). Doch die Heftigkeit und die Folgen der 7/7-bombings markierten eine Zäsur.

Zwei Frauen bestaunen vom Parliament Hill die Skyline der City of London. (Foto: Sören Peters)

Und dennoch: London ist eine der großartigsten Städte auf der ganzen weiten Welt. (Foto: Sören Peters)

Seitdem wurden Milliarden in die öffentliche Sicherheit gesteckt. Nahezu das komplette U-Bahn-System ist kameraüberwacht und auch in Bussen ist man nicht unbeobachtet. Doch eine Stadt, die seit 2.000 Jahren von Invasoren überrannt, von Pestplagen und Feuersbrünsten heimgesucht und mit unfähigen Bürgermeistern bestraft wurde (für was auch immer), lässt sich nicht so leicht unterkriegen. To keep a stiff upper lip, heißt das in Großbritannien. Die Ohren steif halten. Denn trotz unverschämt teurer Preise, Verkehrschaos und der vielen Baustellen ist London doch eine der großartigsten Städte der Welt. Und cooler als New York allemal.

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Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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