London: Auf der Tower Bridge über dem Abgrund

9. April 2015

London

Die Tower Bridge, gesehen vom Skygarden im Walkie Talkie. (Foto: Sören Peters)

Die Tower Bridge, gesehen vom Skygarden im Walkie Talkie. (Foto: Sören Peters)

Wenn ich an einem verlängerten Wochenende als Reiseleiter in London arbeite, versuche ich eigentlich immer, etwas Neues zu unternehmen, den ausgetretenen Pfad zumindest ein Stück weit zu verlassen und einen Stadtteil, ein Museum oder zumindest ein Restaurant neu zu entdecken. Am Oster-Wochenende war das Neu-Erlebnis die Tower Bridge Exhibition. Seit meinen ersten (neben)beruflichen Schritten im Herbst 2008 hatte ich immer einen Bogen um die Brücke gemacht, warum auch immer, doch der neue Glasboden im Fußgängerüberweg über der Fahrbahn war dann doch Argument genug.

Innenleben des Nordturms der Tower Bridge. (Foto: Sören Peters)

Innenleben des Nordturms der Tower Bridge. (Foto: Sören Peters)

Neun britische Pfund, nach aktuellem Kurs also etwas mehr als zwölf Euro, kostet der Eintritt. Den Lift ließen wir links liegen und stiegen durch das Treppenhaus den Nordturm hinauf. Hier riecht es nach Kalkstein und Stahl (11.000 Tonnen wurden hier verbaut). Oben angekommen kann man sich ein Video über die Planung und Entstehung der Tower Bridge anschauen, doch das eigentliche Highlight sind die Fußgängerüberwege in 43 Metern Höhe.

Rund 11.000 Tonnen Stahl wurden in der Konstruktion verbaut. (Foto: Sören Peters)

Plakette auf dem Boden. Rund 11.000 Tonnen Stahl wurden in der Konstruktion verbaut. (Foto: Sören Peters)

Kurz nach der Eröffnung im Jahr 1894 standen sie schnell in Verruf, Taschendiebe und Prostituierte anzulocken. Nachdem sich dann noch zahlreiche Lebensmüde in die Themse stürzten, wurden die „suicide walks“ 1910 geschlossen und erst 1982 wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.
Wer schwindelfrei ist, kann dort heutzutage über einen Glasboden laufen und die Fahrzeuge unter sich beobachten. Zudem hat man einen guten Ausblick über die Docklands im Osten und die City sowie Southwark im Westen der Brücke.

Historische Dampfpumpe im Maschinenraum, unter dem Südturm der Brücke. (Foto: Sören Peters)

Historische Dampfpumpe im Maschinenraum, unter dem Südturm der Brücke. (Foto: Sören Peters)

Im Eintrittsgeld inbegriffen ist auch ein Besuch im Maschinenraum, in dem die dampfbetriebene Hebepumpe bestaunt werden kann. Heute wird die Brücke mittels eines Ölhydraulik-Mechanismus geöffnet, noch rund 1.000 Mal im Jahr. Wirklich sinnvoll ist der Klappmechanismus nämlich nicht, rund 400 Meter flussaufwärts befindet sich die London Bridge – und die lässt sich nicht öffnen.

Einmal über dem Abgrund sitzen. (Foto: privat)

Einmal über dem Abgrund sitzen. (Foto: privat)

Fazit: Fällt in die Kategorie „Kann man mal machen“. Nicht so spektakulär wie der Besuch im Skygarden oder der Ausblick von The Shard, doch für einen – zumindest für Londoner Verhältnisse – nicht allzu exorbitanten Eintrittspreis hat man die Gelegenheit, sich mit einem Wahrzeichen der Stadt näher auseinanderzusetzen.

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Sören Peters

Der Glasboden-Weg: Ein Vergnügen für Schwindelfreie. (Foto: Sören Peters)

Der Glasboden-Weg: Ein Vergnügen für Schwindelfreie. (Foto: Sören Peters)

Ausblick von der Tower Bridge auf die City of London. (Foto: Sören Peters)

Ausblick von der Tower Bridge auf die City of London. (Foto: Sören Peters)

Auf der anderen Seite hat man die Docklands im Blick. (Foto: Sören Peters)

Auf der anderen Seite hat man die Docklands im Blick. (Foto: Sören Peters)

 

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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