Deira: Wo im Übermorgenland noch gestern ist

20. März 2015

Dubai

Ein Händler zieht einen Handkarren durch Deira. (Foto: Sören Peters)

Ein Händler zieht einen Handkarren durch Deira. (Foto: Sören Peters)

Wenn deutsche TV-Sender über Dubai berichten, zeichnen viele das gleiche Bild: Eine Stadt der Superlative mit spektakulären Bauprojekten, luxuriösen Malls und Hotels und jedes Dienstmädchen macht mit einem Sportwagen den Wocheneinkauf. Zwar steckt in jedem Klischee immer ein Funken Wahrheit, aber in diesem Fall eben nur ein Fünkchen. Ja, vor den Malls sieht man die tollen Sportwagen und ja, viele Familien haben philippinische Dienstmädchen, aber neben der spektakulären Hochglanz-Megacity gibt es auch noch das ursprüngliche Dubai.

Straßenrestaurant. (Foto: Sören Peters)

Straßenrestaurant. (Foto: Sören Peters)

In Deira, nördlich des Creek – der Meeresarm, der Dubai teilt – taucht der Besucher ein in einen Mix aus allem, was die orientalische Welt zu bieten hat: Händler aus Pakistan, Indien, dem Iran oder Ägypten betreiben hier ihre Geschäfte, dazu noch zahlreiche libanesische Restaurants. Schawarma ist in Dubai das, was dem Hamburger sein Fischbrötchen ist; der Motor, der den Laden am laufen hält.

Von Kai aus werden Waren die umliegenden Staaten und Emirate verschifft. (Foto: Sören Peters)

Von Kai aus werden Waren die umliegenden Staaten und Emirate verschifft. (Foto: Sören Peters)

Statt des aufgeräumten Verkehrs im neueren Teil Dubais, geht es hier noch etwas wuselig zu: Autos und Mopeds schieben sich über die scheinbar wild durcheinander gebauten Straßen, dazwischen wuseln Fußgänger, Lieferanten schieben Handkarren über den Gehweg, versorgen die Geschäfte in den Seitengassen mit Säcken voller Reis, Autoreifen und den ganz banalen Dingen des täglichen Bedarfs. An der Uferstraße werden die kleinen Handelsschiffe beladen: Kühlschränke für den Iran, Klimaanlagen für Mumbai.

Freitagsgebet auf der Straße. (Foto: Sören Peters)

Freitagsgebet auf der Straße. (Foto: Sören Peters)

Das geschäftige Treiben kommt am Freitagmittag jedoch komplett zum Stillstand, wenn die Muezzine der Moscheen blechern zum Freitagsgebet rufen. Ist in der Moschee selbst kein Platz mehr, wird der Teppich auf der Straße ausgerollt. Autos und Busse müssen dann eben warten. Nur die Flugzeuge starten unbeeindruckt vom naheliegenden Airport in die ganze Welt.

Straßenszene. (Foto: Sören Peters)

Straßenszene. (Foto: Sören Peters)

Ein Geheimtipp ist Deira trotz aller Ursprünglichkeit aber nicht, immerhin befinden sich hier zwei touristische Anziehungspunkte, die eigentlich auf jeder Must-See-Liste stehen: Der Gold- und der Gewürzmarkt. Bei letzterem gibt es neben losen Gewürzen auch schon fertig abgepackte Geschenkeboxen, Tee, Shishas und Tabak sowie allerlei Kitsch und Krempel (siehe Fotos unten).

Tipp: Die Fahrt mit der Abra kostet nur einen Dirham. (Foto: Sören Peters)

Tipp: Die Fahrt mit der Abra kostet nur einen Dirham. (Foto: Sören Peters)

Praktisches
Hinkommen: Entweder direkt mit der Metro bis Al-Ras. Ich bevorzuge jedoch die Abra (Wassertaxi) ab Bur Dubai, kostet gerade mal einen Dirham (ca. 20 Cent).
Beste Besuchszeit: Am frühen Abend zwischen Sonntag und Donnerstag. Mittagspause und Freitag besser meiden.

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Sören Peters

Im Gewürzsouq. (Foto: Sören Peters)

Im Gewürzsouq. (Foto: Sören Peters)

Schade, dass man Gerüche nicht zum Download anbieten kann. (Foto: Sören Peters)

Schade, dass man Gerüche nicht zum Download anbieten kann. (Foto: Sören Peters)

Händler im Goldsouq. (Foto: Sören Peters)

Händler im Goldsouq. (Foto: Sören Peters)

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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