Sechs Dinge, die in Reiseführern nerven

3. März 2015

Woanders

USA-Reiseführer im Regal einer (inzwischen geschlossenen) Kölner Buchhandlung. (Handyfoto: Sören Peters)

USA-Reiseführer im Regal einer (inzwischen geschlossenen) Kölner Buchhandlung. (Handyfoto: Sören Peters)

Wenn ich möchte, kann ich an einem Nachmittag um die ganze Welt reisen, zumindest literarisch. In meinem Bücherregal im Wohnzimmer sammeln sich Erzählungen aus Südamerika, Bildbände aus Südostasien und – natürlich – ein Dutzend Lonely-Planet-Ausgaben. Prinzipiell lese ich das gerne, doch in manchen Situationen finde ich, hätte man den Platz auch sinnvoller nutzen oder zwei bis vier Seiten einfach weglassen können. Ihr wollt doch alle achso umweltverträglich reisen, dann fangt doch einfach damit an, indem Ihr Papier spart!

Sechs Ratschläge, die ich in Reiseführern – ob online oder Print – nicht mehr lesen möchte:

1. „Nimm‘ eine Flasche Wasser mit“
Wir sind alt genug, um ohne Mutti um die Welt zu reisen, aber ausgerechnet in Dubai oder Bangkok soll ich vergessen, ausreichend zu trinken? Spätestens wenn wir schwummerig wird, greife ich zur Wasserflasche. Wenn nicht, kann ich mir – nach dem Wiedererlangen meines Bewusstseins – an die eigene Nase fassen.

2. „So packst Du den Koffer richtig“
Socken in die Schuhe, die Bodylotion in eine Plastiktüte. Ist doch nicht so schwer. Und wer schonmal Sunblocker im Koffer/Rucksack hatte, wird das nächste Mal hoffentlich so schlau sein, die Flasche abzudichten.

3. „Das brauchst Du für einen Trip nach xy“
Wenn ich an den Strand fahre, packe ich eine Badehose und Sonnenschutz ein. Wenn ich in den Wald fahre, Wanderschuhe und eine wetterfeste Jacke. Wozu also Packlisten? Jaja, ein bisschen tragen diese ja zur Monetarisierung eines Blogs bei, aber mal im Ernst: Ist es so überraschend, dass man in Südostasien Mückenschutz braucht?

Jede Menge Papierkram vor der Einreise. (Foto: Sören Peters)

Jede Menge Papierkram vor der Einreise nach Kambodscha. (Foto: Sören Peters)

4. „So bekommst Du ein Visum für xy“
In der touristischen Ausbildung lernt man schon sehr früh, dass Auskünfte zu Einreisebestimmungen bei der jeweiligen Botschaft, bzw. konsularischen Vertretung zu erfragen sind. Ansonsten gibt es zu Einreise und Sicherheit genau eine zuverlässige Seite: diese hier!

5. „Benutz‘ ein Kondom bei flüchtigen Bekanntschaften“
Kein Scherz, so ähnlich formuliert steht es in einem nicht gerade kleinen Print-Reiseführer. Da fehlen mir echt die Worte.

6. „Vorsicht mit Alkohol und Drogen“
Danke, Mutti, für diesen weisen Ratschlag. Aber den hast Du mir schon gegeben, als ich 14 war. Gut, Hinweise auf die jeweilige Gesetzgebung sind wirklich sinnvoll, aber muss man als Autor wirklich den mahnenden Zeigefinger heben, vom Hinterhof-Ecstasy-Cocktail lieber die Finger zu lassen? Und wer sich mit Betrunkenen anlegt oder selbst angetrunken in der Gegend herumpöbelt, läuft Gefahr, eins auf die Nuss zu kriegen. Das ist im Rest der Welt nicht anders als in Deutschland.

Jetzt seid Ihr dran: Welche sinnlosen Tipps habt Ihr schon gelesen? Welche Ratschläge haltet Ihr dagegen für sinnvoll? Oder habt Ihr auf meiner Seite sinnlose Tipps gefunden? Ab damit in die Kommentare!

Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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