Wieviel Wien passt in ein Wochenende?

22. Januar 2015

Woanders

Hofburg. (Foto: Sören Peters)

Hofburg. (Foto: Sören Peters)

Ob Kultur, Sightseeing oder für einen kurzen Tapetenwechsel – dank günstiger Flugverbindungen ist Wien von fast allen deutschen Städten in einer bis eineinhalb Stunden zu erreichen. Aber wie viel Zeit muss ich einplanen, um vom Schnitzelessen bis zum Sissi-Schloss das ganze Touri-Programm abzuhaken? Wir haben mit einem befreundeten Pärchen den Test gemacht: Wieviel Wien passt in 36 Stunden? Und was kostet der ganze Spaß?

Hinflug am Samstagmorgen um kurz nach sechs mit Germanwings ab Köln (Tipp: Früh buchen! Returntickets gibt es im Januar schon für 60 Euro pro Person). Da wir kein Gepäck aufgegeben hatten, konnten wir am Flughafen Wien-Schwechat gleich zur S-Bahn durchstarten. Bis zur Stadtgrenze benötigt man ein Zusatzticket für 2,20 Euro. Danach zählt das 48-Stunden-Ticket im Nahverkehr (13,30 Euro). Die Fahrt in die Stadt dauert rund 20 Minuten. Zwar gibt es auch den schnelleren City Airport Train (CAT), der non-stop bis zum Westbahnhof durchrauscht, doch wer nicht in allzu großer Eile ist, kann sich den Aufpreis getrost sparen.

Fußgängerzone ("Graben") mit Pestsäule. (Foto: Sören Peters)

Fußgängerzone (Graben) mit Pestsäule. (Foto: Sören Peters)

Das Hotel hatten wir in der Nähe des Hauptbahnhofs gebucht (Austria Trend Hotel Beim Theresianum, 60 Euro fürs Doppelzimmer). Da man am Vormittag noch nicht einchecken konnte, überbrückten wir die Wartezeit mit einem kleinen Frühstück im benachbarten Café und einem Bummel durch die Stadt. Zu Fuß spazierten wir zur Karlskirche, zur Staatsoper, zum Stephansdom und durch die Fußgängerzone zur Hofburg. Zwar hatte ich Wien vorher schon zwei Mal besucht, allerdings nimmt man die Stadt mit weiblicher Begleitung doch anders wahr als beim Fußball-Länderspiel…auffällig aber die hohe Zahl von asiatischen und russischen Besuchern in der Fußgängerzone, die ihre Taschen in den Souvenirläden mit Mozartkugeln vollstopften (ich bringe den eher mit Salzburg in Verbindung).

Naturhistorisches Museum. (Foto: Sören Peters)

Naturhistorisches Museum. (Foto: Sören Peters)

Durch die Hofburg schlenderten wir zum Heldenplatz und ins Museumsquartier – und hatten das Gefühl, schon alles gesehen zu haben, ohne überhaupt ins Hotel eingecheckt zu haben. Dabei sind wir nicht einmal durch die Stadt gehetzt, sondern haben es trotz der begrenzten Zeit gemütlich angehen lassen.

Fiaker vor der Hofburg. (Foto: Sören Peters)

Fiaker vor der Hofburg. (Foto: Sören Peters)

Zurück an der Hofburg wurden wir von unseren Frauen dann noch zu einer Kutschfahrt genötigt (80 Euro für 40 Minuten). Zu viert noch zumutbar, aber angesichts des Fahrttempos durch die Gassen der Altstadt hätte ich mich als Pärchen doch geärgert. Die Route führt durch die Hofburg zum Heldenplatz, dort wird gedreht und dann geht es durch die Altstadt kreuz und quer zum Ring, wo man einen Blick auf Rathaus und Burgtheater erhaschen kann. Danach geht es ganz gemächlich zurück zur Hofburg. Wäre das also auch abgehakt. Nach dem Check-In legten wir uns noch für ein Stündchen aufs Ohr und ließen den Abend mit einem Schnitzel im Gasthaus Pfudl (Bäckerstraße) ausklingen.

Schloss Schönbrunn. (Foto: Sören Peters)

Schloss Schönbrunn. (Foto: Sören Peters)

Am Sonntag nutzten wir dann unser ÖPNV-Ticket voll aus: Vom Hauptbahnhof ging es zum Praterstern, allerdings wirkt die Gegend rund ums Riesenrad mehr als trostlos im Januar (zudem wurde das Riesenrad gerade instandgesetzt und war geschlossen). Von dort aus ging es dann zum Westbahnhof und zu Fuß weiter zum Hundertwasserhaus, zum Schloss Schönbrunn und schließlich zum Rathaus. Von dort bummelten wir den Ring entlang, am Parlament vorbei, bis zur Staatsoper und zurück in die Fußgängerzone. Nach dem zweiten Schnitzel des Wochenendes (diesmal bei Figlmüller, ebenfälls Bäckerstraße) machten wir uns mit einem ordentlichen Zeitpuffer auf den Weg zum Hotel (Koffer holen) und schließlich zum Flughafen.

Stephansdom. (Foto: Sören Peters)

Stephansdom. (Foto: Sören Peters)

Fazit: Wien lässt sich an einem Wochenende ohne Hektik ganz entspannt entdecken. Kosten: 60 Euro für Flüge, 60 Euro fürs Hotel. Dazu kommen 13,30 Euro für die 48-Stunden-Karte und insgesamt 4,40 Euro „Flughafenzuschlag“. Macht ohne Kosten vor Ort für Essen und Trinken 137,70 Euro für ein Wochenende in der österreichischen Hauptstadt. Kann man sich gefallen lassen. Ein Besuch lohnt sich vor allem in diesem Jahr, wenn die Stadt das 150-jährige Bestehen des Burgrings feiert.

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Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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