Licht und Schatten in Sihanoukville

22. Dezember 2014

Asien, Kambodscha

Sonnenuntergang am Occheuteal Beach. Sobald sich der Tag dem Ende neigt, erwacht hier das Nachtleben. (Foto: Sören Peters)

Sonnenuntergang am Occheuteal Beach. Sobald sich der Tag dem Ende neigt, erwacht hier das Nachtleben. (Foto: Sören Peters)

Mit den Eindrücken aus Phnom Penh im Gepäck ging es für uns in vier Stunden mit dem Bus weiter an die Küste nach Sihanoukville, Kambodschas bekanntester und wohl auch bel(i)ebtester Badeort. Warum das so ist, konnten wir uns auf den ersten Blick jedoch nicht erklären. Die Strände verteilen sich dabei rund um eine Halbinsel, in deren Mitte die eigentliche Stadt liegt. Dafür, dass hier alles so sehr touristisch sein soll, wirkte der Ort recht schmuddelig. Aber es scheint weiter bergauf zu gehen, an allen Ecken und Enden wird gebaut.

Abends am Occheuteal Beach: Feuerwerk, Himmelslaternen und frisches Seafood mit den Füßen im Sand. (Foto: Sören Peters)

Abends am Occheuteal Beach: Feuerwerk, Himmelslaternen und frisches Seafood mit den Füßen im Sand. (Foto: Sören Peters)

Da wir keine Lust hatten, uns für die paar Tage ein Motorbike zu mieten, quartierten wir uns in der Nähe des Occheuteal Beach ein (oder Serendipity? Der Übergang ist fließend), bedingt durch die vielen Strandbars DER Anlaufpunkt für den Abend. Tagsüber waren wir von dem Abschnitt jedoch enttäuscht. Licht und Schatten, nur gegensätzlich zur Tageszeit, wenn man so will. Zunächst das Positive: Nach dem wirklich sehenswerten Sonnenuntergang räumen die Strandbars die Liegestühle beiseite, stellen Tisch in den Sand und werfen die Grills an. Für vier bis fünf US-Dollar kann man mit den Füßen im Sand sitzen, direkt am Wasser, und frisches Seafood genießen. Dazu Bier für einen Dollar. Das hat schon was. Zu etwas späterer Stunde wummern aus den Strandbars dann die Bässe und wer mag, kann hier die Nacht zum Tag machen.

Abwasser und Schmutz am Occheuteal Beach. (Foto: Sören Peters)

Abwasser und Schmutz am Occheuteal Beach. (Foto: Sören Peters)

Die Kehrseite offenbart sich jedoch tagsüber: Hier sieht man die Spuren des Abends noch deutlich im Sand (Plastikbecher, Feuerwerkhülsen, Essensreste). Schade, dass hier nicht zumindest geharkt wird, stellt der Strand, bzw. die Natur im Allgemeinen, doch den wirtschaftlichen Aufschwung sicher. An manchen Stellen werden Abwasser ins Meer geleitet, es liegt Müll herum und man kann nicht fünf Minuten in Ruhe in der Sonne liegen, ohne einen Bettler oder Verkäufer abwimmeln zu müssen.

Morgenbesprechung: Strandverkäuferinnen am Otres Beach, wo die Damen jedoch nicht halb so aufdringlich sind wie am Occheuteal Beach. (Foto: Sören Peters)

Morgenbesprechung: Strandverkäuferinnen am Otres Beach, wo die Damen jedoch nicht halb so aufdringlich sind wie am Occheuteal Beach. (Foto: Sören Peters)

Wenn wir schon bei den Strandverkäufern sind: Abends werden Kinder im Grundschulalter von erwachsenen Hintermännern losgeschickt, um Himmelslaternen und Feuerwerkskörper zu verkaufen. Tagsüber sind dann Sonnenbrillen und Armbänder im Angebot. So süß die Kleinen auch sind und so gerne man ihnen auch helfen mag, lohnt es sich also nicht, den Kids etwas abzukaufen. Das Geld sacken ohnehin die Erwachsenen ein und eine Motivation, zur Schule zu gehen, ist das ohnehin nicht.

Sauberes Wasser, weißer Sand: der größtenteils private Sokha Beach. (Foto: Sören Peters)

Sauberes Wasser, weißer Sand: der größtenteils private Sokha Beach. (Foto: Sören Peters)

Etwas entspannter ging es am Sokha Beach zu. Der Strand ist vom Occheuteal Beach (Golden-Lions-Kreisel) in knapp 15 Minuten zu Fuß erreichbar. Hier ist das Wasser viel sauberer und der weiße Sand quietscht sogar unter den Füßen! Aufdringliche Verkäufer gibt es hier nicht, dafür einen kleinen Straßenstand, wo man Wasser und Snacks kaufen kann (ja, man muss wirklich aktiv dort hingehen und wird nicht belästigt!). Leider ist der Strand jedoch zu gut 90 Prozent in Privatbesitz des Resorts, das auch einen großen Teil der Fläche hinter der Küstenlinie einnimmt. Der Trick, an der Resort-Bar etwas zu bestellen, um die Liegen nutzen zu dürfen, funktionierte leider nicht. Für 20 USD wurde uns eine Tagesmitgliedschaft angeboten – wir verbrachten die nächsten Stunden daraufhin unter einem Baum außerhalb des Privatbereichs.

Otres Beach: Der aus meiner Sicht schönste Strand in Sihanoukville liegt etwas abseits. (Foto: Sören Peters)

Otres Beach: Der aus meiner Sicht schönste Strand in Sihanoukville liegt etwas abseits. (Foto: Sören Peters)

Es gab aber auch ein durchweg positives Stranderlebnis in Sihanoukville: Otres! Die Fahrt zum Otres Beach dauert ab Occheuteal rund 10 Minuten mit dem Tuk-Tuk und kostet sechs Dollar (hin und zurück, Abholzeit mit dem Fahrer vereinbaren!). Der Strand ist sauber, das Wasser klar, die Strandverkäufer nicht so aufdringlich. Auch hier gibt es Strandbars, die Liegestühle zur Verfügung stellen, einige von ihnen bieten zudem Übernachten in schlichten Bambushütten direkt am Strand an. DAS ist das, was wir gesucht haben. Otres stand zwar auch unserer Liste, doch leider statteten wir diesem Strand erst am letzten Tag unseres Aufenthalts einen Besuch ab. Schade, aber immerhin haben wir zum Abschluss eine schöne Erinnerung an Sihanoukville.

Vom Otres Beach hat man auch einen schönen Blick auf die vorgelagerten Inseln, die sich am besten bei einer Bootstour erkunden lassen…

Weitere Eindrücke in meinem flickr-Stream // Tipps zum Backpacking in Kambodscha

Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

4 Kommentare - “Licht und Schatten in Sihanoukville”

  1. Ami Sagt:

    Weißer Strand, sauberes Meer! Was will man mehr? Einfach nur traumhaft. LG aus st christina

    Antwort

    • soerenpeters84 Sagt:

      Hi Ami!
      Danke für Deinen Kommentar.
      Wir fanden die Strände in Occheuteal und Serendipity leider nicht so toll. Otres dagegen war super, auch wenn man ein bisschen fahren musste.

      Antwort

  2. Charls Sagt:

    Hey, war auch schonmal in Otres. Da kann ich nur zustimmen :). Schöne Grüße aus Schenna Resort

    Antwort

Trackbacks/Pingbacks

  1. Backpacking Kambodscha: Infos, Tipps, Kosten, Visum, Flüge | Faszination Südostasien - 13. September 2015

    […] an den Strand möchte, fuhr lange Zeit nach Sihanoukville. Doch der Ort ist etwas in Verruf geraten. Vor allem junge Backpacker treffen sich inzwischen eher […]

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