Angkor Wat: Das Erbe der Khmer-Könige

27. November 2014

Asien, Kambodscha

Vor dem ersten Tageslicht zeichnet sich die Silhouette von Angkor Wat ab. (Foto: Sören Peters)

Silhouette von Angkor Wat im ersten Tageslicht. (Foto: Sören Peters)

Die Rush Hour in Siem Reap beginnt um 5 Uhr morgens. Spätestens. Im Sekundentakt knattern Tuk-Tuks und Minibusse über die Hauptstraße Richtung Norden. Ziel der Massen: Hinter Angkor Wat die Sonne aufgehen sehen. Irgendwie hat sich das zu einem „Must-Do“ entwickelt.

Wir wollten uns das auch nicht entgehen lassen. Kurz vor fünf also raus aus dem Hotel und nach wenigen Augenblicken sprach uns auch schon der erste geschäftstüchtige Tuk-Tuk-Fahrer an: 20 US-Dollar für den ganzen Tag, dafür machen wir dann die „kleine Runde“ bestehend aus Angkor Wat, Angkor Thom (mit Bayon), Ta Prohm („Tomb-Raider-Tempel“) und Banteay Kdei. Weitere Tempel kann man noch separat verhandeln, doch nach ein paar Stunden sehen alle alten Steine doch irgendwie gleich aus.

Andere feiern Karneval, ich mache richtige Kultur. (Foto: Sören Peters)

Andere feiern Karneval, ich mache richtige Kultur. (Foto: Sören Peters)

Auf etwa halbem Weg zwischen Siem Reap und Angkor Wat liegt der Ticketschalter für die Tempelanlagen. Die Tageskarte kostet 20 USD und reicht an sich vollkommen aus. Zudem ist für 50 USD ein Drei-Tages-Pass erhältlich. Die Karten sind streng personalisiert und werden mit einem Foto versehen, eine Weitergabe an Dritte ist also ausgeschlossen. Obwohl das Areal sehr weitläufig ist, stehen vor den Zugängen zu den einzelnen Tempeln Kontrolleure, die die Karten auf ihre Gültigkeit prüfen. Wer ohne Ticket in einer der Anlagen angetroffen wird, muss mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.

Der Kartenkauf ging recht schnell und gut organisiert vonstatten, so dass wir im Morgengrauen erstmals die Silhouetten des kambodschanischen Nationalheiligtums sahen. Die Abstellfläche für die ganzen Tuk-Tuks vor dem ticketpflichtigen Bereich erinnerte dabei ein wenig an den riesigen Busparkplatz vor dem Schloss in Versailles. Hunderte Fahrzeuge hatten Reisende aus aller Welt abgeladen, die mal mehr, mal weniger individuell unterwegs waren. Egal ob Backpacker oder Studiosus-Kunde – an den Sehenswürdigkeiten trifft sich doch alles wieder.

Touristen-Massen drängen sich am Teich im Kampf um das beste Foto. (Foto: Sören Peters)

Touristen-Massen drängen sich am Teich im Kampf um das beste Foto. (Foto: Sören Peters)

Das merkten wir auch am Verkehr auf der „Hauptstraße“, die schnurgerade auf den Tempelkomplex zuführt: Barfüßige Hippies, Mittfünfziger im Business-Hemd und Lehramt-Studenten in Trekkingsandalen, vereinzelt ausgestattet mit Teleskopstangen für Selfies (schneint in diesem Jahr das Trend-Tool schlechthin zu sein). Dazwischen wir Normalos mit T-Shirt und Sneakern. Alle mit dem gleichen Ziel: Der Teich westlich des Komplexes, um den besten Blick auf den Sonnenaufgang zu erhaschen.

Moment der Ruhe: Zugang zum Innenhof. (Foto: Sören Peters)

Moment der Ruhe: Zugang zum Innenhof. (Foto: Sören Peters)

Leider hatten wir uns nicht den besten Tag ausgesucht, durch die Bewölkung konnte der Sonnenaufgang mit den Postkartenmotiven nicht mithalten. Doch immerhin konnten wir so – ohne das Gefühl, etwas zu verpassen – schonmal die recht beeindruckende und weitläufige Anlage erkunden und ein paar ruhige Momente ohne viel Publikumsverkehr erhaschen. Höhepunkt ist mit Sicherheit der „Innenhof“ rund um den zentralen Turm. Die Wände zieren aufwändig restaurierte Schnitzereien von Apsara-Tänzerinnen. Leider halten sich nicht alle Besucher an Betretungsverbote und gefährden so die historisch wertvolle Bausubstanz. Nicht umsonst zählt der größte Tempelkomplex der Welt zum Welterbe der Unesco.

Für den Besuch in Angkor Wat sollte man rund eineinhalb Stunden einplanen, denn neben dem kambodschanischen Nationalheiligtum gibt es noch weit mehr zu entdecken…

Zunächst aber ein paar Eindrücke aus Angkor Wat in der Fotostrecke.

Sören Peters

Von der Straße aus kommend geht es über die "Hauptstraße"... (Foto: Sören Peters)

Von der Straße aus kommend geht es über die „Hauptstraße“… (Foto: Sören Peters)

...schnurgerade auf den Tempelkomplex zu. (Foto: Sören Peters)

…schnurgerade auf den Tempelkomplex zu. (Foto: Sören Peters)

An jeder Ecke spürt man die Ehrwürdigkeit Angkors, allerdings auch... (Foto: Sören Peters)

An jeder Ecke spürt man die Ehrwürdigkeit Angkors, allerdings auch… (Foto: Sören Peters)

...den Zahn der Zeit. Vor 1.000 Jahren wurden die Anlagen errichtet. Das Klima tat der Bausubstanz nicht gut. (Foto: Sören Peters)

…den Zahn der Zeit. Vor 1.000 Jahren wurden die Anlagen errichtet. Das Klima tat der Bausubstanz nicht gut. (Foto: Sören Peters)

Mit großem Aufwand werden die historisch wertvollen Gemäuer restauriert, wie etwa diese Apsara-Tänzerinnen im "Innenhof". (Foto: Sören Peters)

Mit großem Aufwand werden die historisch wertvollen Gemäuer restauriert, wie etwa diese Apsara-Tänzerinnen im „Innenhof“. (Foto: Sören Peters)

Der zentrale Turm von Angkor Wat. (Foto: Sören Peters)

Der zentrale Turm von Angkor Wat. (Foto: Sören Peters)

Zum Vergleich: Man beachte, wie klein der Fotograf auf der Wiese wirkt. (Foto: Sören Peters)

Zum Vergleich: Man beachte, wie klein der Fotograf auf der Wiese wirkt. (Foto: Sören Peters)

Doch erst außerhalb der Tempelmauern bekommt man einen Eindruck von der Größe des Areals. (Foto: Sören Peters)

Doch erst außerhalb der Tempelmauern bekommt man einen Eindruck von der Größe des Areals. (Foto: Sören Peters)

Die Restauratoren haben noch viel zu tun. (Foto: Sören Peters)

Die Restauratoren haben noch viel zu tun. (Foto: Sören Peters)

Auf dem Weg nach draußen "stolperten" wir in einen neu eingerichteten Gebetsraum. (Foto: Sören Peters)

Auf dem Weg nach draußen „stolperten“ wir in einen neu eingerichteten Gebetsraum. (Foto: Sören Peters)

Zum Abschluss der kleinen Fotostrecke darf natürlich der Klassiker nicht fehlen. (Foto: Sören Peters)

Zum Abschluss der kleinen Fotostrecke darf natürlich der Klassiker nicht fehlen. (Foto: Sören Peters)

Selbst Mönche knipsen Selfies vor dieser Kulisse. (Foto: Sören Peters)

Selbst Mönche knipsen Selfies vor dieser Kulisse. (Foto: Sören Peters)

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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