Road-Trip durch Nord-Portugal, Teil 4: Porto

12. September 2014

Portugal

Blick ins Estádio do Dragão des FC Porto. (Foto: Sören Peters)

Blick ins Estádio do Dragão des FC Porto. (Foto: Sören Peters)

Wer jetzt etwas über die Stadt oder über eine Portwein-Probe in Gaia erwartet hat, klickt sich am besten hier durch die Fotostrecke Porto. Unser Abstecher in die zweitgrößte Stadt Portugals dienst in diesem Jahr lediglich dem Besuch eines Fußballspiels: dem Playoff um die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League, FC Porto gegen OSC Lille. Jaja, hin und wieder kommt dann doch der Groundhopper aus längst vergessenen Zeiten in mir durch, doch nachdem mir in den vergangenen Jahren unsere Reiseplanung immer wieder einen Strich durch den Stadionbesuch gemacht hat, passte es diesmal.

Ein Drache, auch Bestandteil des Vereinsemblems (Bezug zu São Jorge?), ziert die Fassade des Stadions. (Foto: Sören Peters)

Ein Drache, auch Bestandteil des Vereinsemblems (Bezug zu São Jorge?), ziert die Fassade des Stadions. (Foto: Sören Peters)

Vorweg: Ich bin kein Fan des FC Porto. In Portugal halte ich es – konditioniert durch die Familie meiner Freundin – mit SL Benfica.  Trotzdem wollte ich mir das zur Euro 2004 (um)gebaute Estádio do Dragão nicht entgehen lassen. Bereits im Vorfeld hatte ich über die Internetseite Tickets reserviert. 18 Euro für einen Sitzplatz im Oberrang auf der Geraden sind im Vergleich zu deutschen Vereinen ein absoluter Schnapper. Das war aber auch schon das einzig Positive des Abends.

Chaotisch und unorganisiert: Ein Tickethäuschen für alle Abholer von online reservierten Karten. (Foto: Sören Peters)

Chaotisch und unorganisiert: Ein einziges Tickethäuschen, irgendwo da hinten, für alle Abholer von online reservierten Karten. (Foto: Sören Peters)

Zwei Tage vor dem Spiel bekam ich eine Mail mit der Reservierungsnummer und einer Beschreibung, wo die Karten hinterlegt sind. Als wir dann gut 45 Minuten vor Anpfiff einen Parkplatz gefunden hatten und die Karten abholen wollten, traf uns der Schlag: Eine rund 200 Meter lange Schlange wartete an einem (!!!) Tickethäuschen darauf, die vorbestellten Karten in Empfang nehmen zu können. Dazu fing es noch an zu regnen und als im Stadion die Champions-League-Hymne ertönte, hatten wir gerade einmal die Hälfte geschafft. Immerhin wurden dann schon einmal die Vereinsmitglieder nach vorne gebeten, doch mit uns standen noch immer Väter mit ungeduldigen Kindern brav an. In Dortmund oder Köln hätte man vermutlich die Ticketbude niedergebrannt.

Immerhin: Zur zweiten Hälfte waren wir drin und konnten die Heimkurve nach zwei Toren in Aktion erleben. (Foto: Sören Peters)

Immerhin: Zur zweiten Hälfte waren wir drin und konnten die Heimkurve nach zwei Toren in Aktion erleben. (Foto: Sören Peters)

Nach rund 30 Minuten Spielzeit waren wir dann auch mal an der Reihe und ich konnte das ganze Ausmaß des Chaos sehen: In dem Tickethäuschen wurden nicht nur die vorbestellten Karten ausgegeben, sondern auch gedruckt. Dabei mussten noch Blanko-Tickets in den Drucker eingelegt werden, der zwischendurch immer mal wieder den Dienst quittierte. Die eigentlich Prozedur bestehend aus Bestellnummer aufsagen, Ausweis vorzeigen und die in einem Briefumschlag bereitgelegten Karten in Empfang nehmen dauerte dann rund zehn Sekunden. Unglaublich!

Nach dem Spiel: Blick auf das Stadion und Abreiseverkehr. (Foto: Sören Peters)

Nach dem Spiel: Blick auf das Stadion und Abreiseverkehr. (Foto: Sören Peters)

Immerhin waren wir dann zum Ende der ersten Hälfte drin. Statt Bratwurst und Bier gibt es hier Cola mit Popcorn (hoffentlich setzt sich dieser Blödsinn nicht in der Bundesliga durch) und die zweite Hälfte konnten wir dann in Ruhe anschauen, wobei ich mich selbst dabei erwischte, Lille den Sieg zu gönnen. Aber auch daraus wurde nix und nach dem 1:0 im Hinspiel zog Porto durch ein 2:0 in die Gruppenphase der Champions League ein. Nachdem Torschütze Jackson Martinez dann noch mit „Hey Baby“-Melodie gefeiert wurde und Sprechchöre für Vereinspräsident Jorge Nuno Pinto da Costa (eine Art Uli Hoeneß des portugiesischen Fußballs) ertönten, hatte sich der FCP endgültig als Kackverein etabliert.

Die lauwarme Dose Bier an der Bifana- und Hotdog-Bude gehörte zu den Höhepunkten des Abends. (Foto: Sören Peters)

Die lauwarme Dose Bier an der Bifana- und Hotdog-Bude gehörte zu den Höhepunkten des Abends. (Foto: Sören Peters)

Nach dem Spiel strömte dann ein Großteil der Fans zum Foodcourt des benachbarten Einkaufszentrums, während wir bei einer Bifana (Fleisch im Brötchen) und einer lauwarmen Dose Bier (das Beste an diesem Abend) warteten, bis sich der Verkehr ein wenig lichtete, um dann den Heimweg nach Barcelos anzutreten. Der folgende Tag in Braga sollte für alles entschädigen…

Zuvor besucht: Ponte de Lima / Viana do Castelo

Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

One Comment - “Road-Trip durch Nord-Portugal, Teil 4: Porto”

  1. farbenbecher Sagt:

    Popcorn ist wohl ziemlich auf dem Vormarsch. In skandinavischen Stadien gibt es das auch überall. Davon halte ich auch wenig, der einzige „Vorteil“ – Popcorn macht keine Senfflecken auf dem Trikot :D

    Antwort

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