Road-Trip durch Nord-Portugal, Teil 1: Barcelos

9. September 2014

Portugal

Brunnen und Laterne vor Azulejos-Haus am Largo das Portas Novas. (Foto: Sören Peters)

Stadtansicht: Brunnen und Laterne vor einem Azulejos-Haus am Largo das Portas Novas. (Foto: Sören Peters)

Für unsere Reise durch die Minho-Region war Barcelos dank der Einladung von Bekannten unsere Homebase für die weiteren Reisen. Die Stadt selbst ist bekannt für den größten Wochenmarkt Portugals, der jeweils am Donnerstagmorgen auf dem Campo da República stattfindet und tausende Besucher aus den umliegenden Städten und Gemeinden anzieht. In den Sommermonaten werden die Touristen gleich busweise hier abgeladen.

Der Galo de Barcelos, hier vor dem Stadion von Gil Vicente. (Foto: Sören Peters)

Der Galo de Barcelos, hier vor dem Stadion von Gil Vicente, ist allgegenwärtig. (Foto: Sören Peters)

Die Legende des Hahns von Barcelos Weitere Berühmtheit erlangte die Stadt durch den Galo de Barcelos, einem Hahn mit bunter Bemalung, der überall im Land als Souvenir zu finden ist. Die Geschichte geht zurück auf einen Bauern aus der Region, der während eines Pilgermarsches nach Santiago de Compostela (die Jakobsmuschel ist überall in der Region zu sehen) des Silberdiebstahls bezichtigt und zum Tode verurteilt wurde. Vor seiner Hinrichtung verlangte der Pilger, noch einmal mit dem Richter zu sprechen, der gerade beim Mittagessen saß. Dabei sagte der mutmaßliche Dieb, dass als Zeichen seiner Unschuld der gebratene Hahn vom Teller springen und während seiner Hinrichtung krähen würde.

Ein Kreuz erinnert in Barcelos an den Pilger, der des DIebstahls bezichtigt wurde und der durch einen Hahnenschrei gerettet wurde. (Foto: Sören Peters)

Ein Kreuz erinnert in Barcelos an den Pilger, der des Diebstahls bezichtigt wurde und der durch einen Hahnenschrei gerettet wurde. Im Hintergrund: Die Kirche in Barcelinhos. (Foto: Sören Peters)

Den Rest könnt ihr Euch denken: Der Hahn krähte los und wie durch ein Wunder hatte sich auch schon die Schlinge um den Hals des Verurteilten gelöst. Einige Jahre später kehrte der Pilger nach Barcelos zurück und errichtete eine Gedenkstätte für den Heiligen Jakobus (port.: São Tiago) und für die Jungfrau Maria. Beides kann man noch heute im historischen Zentrum neben der Hauptkirche Igreja Matriz besichtigen. Doch auch über das „Hühnerwunder“ hinaus genießt die Legende einen herausragenden Stellenwert in der portugiesischen Kultur. Legenden handeln oft von Bauern und einfachen Menschen. Zentrale Themen sind Gerechtigkeit, Stolz, Schicksal und der unerbittliche Glaube an Wunder.

Taste of Portugal: Hähnchen auf dem Grill. (Foto: Sören Peters)

Taste of Portugal: Hähnchen auf dem Grill. (Foto: Sören Peters)

Kein Wunder ist es, dass man in Nord-Portugal (wie eigentlich überall im Land) prima essen und trinken kann. Auf den Tisch kommt – natürlich – gegrilltes Hähnchen. Zu empfehlen ist das Restaurant „Bom Gosto“ an der Avenida Paulo Felisberto. Dazu gibt es scharfe Piri-Piri-Sauce und zum Herunterspülen den aus dem Minho stammenden Vinho Verde. Allgemein scheint es, als würde jeder, der einen Garten hat, hier Wein anbauen. Dazu aber mehr in den weiteren Teilen. Anbei noch ein paar Eindrücke aus Barcelos. Weitere Bilder im flickr-Stream

Sören Peters

Gleich neben dem Campo da República, der sonst als Parkplatz genutzt wird, befindet sich der Templo do Senhor Bom Jesus da Cruz, das wohl auffälligste Gebäude der Stadt. (Foto: Sören Peters)

Gleich neben dem Campo da República, der sonst als Parkplatz genutzt wird, befindet sich der Templo do Senhor Bom Jesus da Cruz, das wohl auffälligste Gebäude der Stadt. (Foto: Sören Peters)

In unmittelbarer Nachbarschaft laden die barocken Gärten zum Spazieren ein. (Foto: Sören Peters)

In unmittelbarer Nachbarschaft laden die barocken Gärten zum Spazieren ein. Alles konzentriert sich um den Largo da Porta Nova. (Foto: Sören Peters)

Durch die Fußgängerzone gelangt man schließlich... (Foto: Sören Peters)

Durch die Fußgängerzone gelangt man schließlich… (Foto: Sören Peters)

...zum Rathaus von Barcelos. (Foto: Sören Peters)

…zum Rathaus von Barcelos. (Foto: Sören Peters)

Dem gegenüber steht die Hauptkirche, die Igreja Matriz. (Foto: Sören Peters)

Dem gegenüber steht die Hauptkirche, die Igreja Matriz. (Foto: Sören Peters)

Quasi im Hinterhof des Gotteshauses, das auch den historischen Ortskern markiert, stehen die Ruínas do Paço dos Duques (Condes) de Bragança. (Foto: Sören Peters)

Quasi im Hinterhof des Gotteshauses, das auch den historischen Ortskern markiert, stehen die Ruínas do Paço dos Duques (Condes) de Bragança. (Foto: Sören Peters)

Blick durch die Ruinen auf Barcelinhos, am gegenüberliegenden Ufer des Rio Cávado gelegen. (Foto: Sören Peters)

Blick durch die Ruinen auf Barcelinhos, am gegenüberliegenden Ufer des Rio Cávado gelegen. (Foto: Sören Peters)

Blick über den Fluss auf die wolkenverhangenen Berge des Minho. (Foto: Sören Peters)

Blick über den Fluss auf die wolkenverhangenen Berge des Minho. (Foto: Sören Peters)

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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