Kulturschock: Fußball gucken in New York

31. Juli 2014

New York

Fankultur oder Markenkult? (Foto: Sören Peters)

Fankultur oder Markenkult? (Foto: Sören Peters)

Nach dem WM-Event und dem allgemeinen Schland-Hype geht es in diesen Wochen endlich wieder los mit richtigem Fußball. Ganz ohne Blumenketten und Kostüme. Wenn am (morgigen) Freitagabend die zweite Liga – eigentlich ein Inbegriff für harte Grätschen und lange Bälle – in die neue Saison startet ist auch der umstrittene Dosenklub aus Leipzig mit von der Partie. Ich muss gestehen, mir mal ein Spiel von Red Bull angeschaut zu haben. Ausrede: Das war in New York, wo Fußball ungefähr so viel Tradition hat wie Baseball in Deutschland.

Mitten im Nirgendwo liegt die RedBull-Arena. Immerhin ist der Bahnhof Harrison fußläufig zu erreichen. (Foto: Sören Peters)

Mitten im Nirgendwo liegt die RedBull-Arena. Immerhin ist der Bahnhof Harrison fußläufig zu erreichen. (Foto: Sören Peters)

An einem kalten Samstag im April gibt es mit dem PATH-Zug, einer Art Regionalexpress, vom World Trade Center nach Harrison in New Jersey. Dort, mitten auf dem platten Land, wurde die RedBull-Arena aus dem Boden gestampft. Bars oder sonstige Anlaufstellen im Stadionumfeld gibt es nicht, dafür einen abgesperrten und laut beschallten Biergarten, eine Art Spielparadies für große Kinder. Wer unter 21 ist, darf bei den typischen Marketingspielchen mitmachen, die die Sponsoren auf dem Stadionvorplatz veranstalten.

Beaufsichtiges Trinken. (Foto: Sören Peters)

Beaufsichtiges Trinken. (Foto: Sören Peters)

Von innen wirkt das Stadion nicht viel anders als eine der neuen, modernen Arenen, die auch in Deutschland „von der Stange“ gebaut werden. Auch hierzulande merkt man ja kaum noch, ob man nun in Augsburg, Wolfsburg oder Hoffenheim ist. Einziges Merkmal einer Art Fankultur waren die paar Latinos, die sich in der Kurve eingefunden hatten. Entweder aus Liebe zu Juan Pablo Angel, der seinerzeit bei RB kickte, oder als eine Art Methadon-Programm für Fußball-Junkies in der Diaspora. Der Rest glich eher einem inszenierten Event als einem Fußballspiel. Dumm nur, dass die Gastmannschaft (FC Dallas) da nicht mitmachte und schnell in Führung ging. Danach war es so still, dass man die Anweisungen der Trainer hören konnte. Aus Marketing- und Eventsicht gab es dennoch ein Happy End, als Angel das Spiel durch einen geschenkten Elfmeter in der Nachspielzeit drehte. Kurzer Jubel, Abpfiff, Heimweg.

Innenansicht der RB-Arena. (Foto: Sören Peters)

Innenansicht der RB-Arena. (Foto: Sören Peters)

Fazit: An der Börse steht der Bulle für den Aufschwung. Im Fußball für den Niedergang. Soll sich Red Bull meinetwegen in New York austoben, doch in Salzburg oder Leipzig hat RB nichts zu suchen!

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Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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