Videmonte: Das Dorf, wo’s kein Wifi gibt

25. Juli 2014

Portugal

Ortseingang nach Videmonte. (Foto: Sören Peters)

Ortseingang nach Videmonte. (Foto: Sören Peters)

Um halb acht saß ich aufrecht im Bett. Vor meinem Fenster lautes Gebimmel. Noch nicht richtig in der Welt angekommen, wähnte mich noch in Köln, wo ich mich nach rund zwei Jahren am Barbarossaplatz noch immer nicht an die Geräusche der Straßenbahn gewöhnt hab. „Wieder nen Besoffener, der um ein Haar vor die Linie 18 gestolpert ist“, säuselte mein Unterbewusstsein. Doch der Ort, an dem ich aufgewacht war ist von Köln in etwa genauso weit entfernt wie der Barbarossaplatz von einem Preis für ästhetische Stadtplanung.

Steinhäuser und Kirche im Ortskern. (Fotos: Sören Peters)

Einfache Steinhäuser und Kirche im Ortskern. (Fotos: Sören Peters)

Videmonte liegt rund drei Autostunden von Lissabon und gute zwei von Porto entfernt in der Zentralregion im Nationalpark der Serra da Estrela, nicht weit weg von Guarda. In dem Kaff leben schätzungsweise 1.000 Menschen und 500 Schafe. Und die Hälfte der Schafspopulation hatte sich zum Grasen ausgerechnet die Weide unter meinem Fenster ausgesucht. Das Geläute der Glocken um den Hals der Tiere ist aber auch fast das einzige, was man hier zu hören bekommt – außer den Glocken der Kirche und der anschließenden Übertragung der Sonntagsmesse per Lautsprecher, mit der das ganze Dorf beschallt wird.

Blick auf die Berge der Serra da Estrela. (Foto: Sören Peters)

Blick auf die Berge der Serra da Estrela. (Foto: Sören Peters)

Hier ist die Welt noch in Ordnung! Und genau das ist es, warum ich Videmonte so mag (mal abgesehen davon, dass die Familie meiner Freundin ihre Wurzeln hier hat ich ich gar nicht anders kann). Was mir gefällt, ist diese gewisse Einfachheit der Dinge. Wenn wir im Sommer ein paar Tage im Dorf verbringen, brauche ich kein W-Lan, keinen Handyempfang und keinen Zeitplan.

Dauerhaft hier leben könnte ich wohl nicht, doch auf den Ausbruch aus dem Alltag freue ich mich allemal. Noch ein Monat Vorfreude, dann geht’s endlich los! Ein paar Eindrücke gibt’s in der Fotogalerie.

Aktualisierung (22. Dezember 2015): Im Café neben der Kirche – dem „Clube“ – gibt es inzwischen ein öffentliches Netzwerk. Zwar nciht gerade schnell, aber immerhin!

Sören Peters

Im Ortskern. (Foto: Sören Peters)

Im Ortskern. (Foto: Sören Peters)

Aus mehreren Brunnen sprudelt frisches Quellwasser. (Foto: Sören Peters)

Aus mehreren Brunnen sprudelt frisches Quellwasser. (Foto: Sören Peters)

Schafe auf einer Weide bei Videmonte. (Foto: Sören Peters)

Schafe auf einer Weide bei Videmonte. (Foto: Sören Peters)

Der "Fluss" in der Nähe des Dorfes. (Foto: Sören Peters)

Der „Fluss“ in der Nähe des Dorfes. (Foto: Sören Peters)

Verlassenes Häuschen am Bachlauf. (Foto: Sören Peters)

Verlassenes Häuschen am Bachlauf. (Foto: Sören Peters)

Auch Wanderfreunde kommen auf ihre Kosten. (Foto: Sören Peters)

Auch Wanderfreunde und Radfahrer kommen auf ihre Kosten. (Foto: Sören Peters)

Auf dem Weg nach Guarda befindet sich dieser Stausee. (Foto: Sören Peters)

Auf dem Weg nach Guarda befindet sich dieser Stausee. (Foto: Sören Peters)

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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