Wie der Tee nach London kam

15. Juli 2014

London

Twinings-Mutterhaus an der Strand 216. (Foto: Sören Peters)

Twinings-Mutterhaus an der Strand 216. (Foto: Sören Peters)

Wo die City of Westminster endet und die City of London beginnt, ziehen die neugotischen Royal Courts of Justice die Blicke der Touristen auf sich. Was aber kaum jemand bemerkt, ist das kleine und unscheinbare Teegeschäft gleich gegenüber. Eröffnet wurde der Laden im Jahr 1717 von Thomas Twining, als Filiale von „Tom’s Coffeehouse“, das bereits 1706 eröffnet hatte. Serviert wurde aber nicht nur Kaffee, sondern auch Tee.

Hintergrund: Die Kaffeehäuser waren DER Szenetreff des frühen 18. Jahrhunderts und Twining, ehemaliger Angestellter der Britischen Ostindien-Kompanie, hatte es geschafft, sich mit Tee soweit von den Mitbewerbern abzusetzen, dass er sich die Eröffnung weiterer Dependancen leisten konnte. Zudem machte er den goldenen Löwen zum Firmenlogo – die älteste heute noch verwendete Corporate Identity, wenn man so will.

In den folgenden Jahren stieg die Familie zu den wichtigsten Geschäftsleuten von London auf und sein Enkel Richard Twining nutze im Jahr 1787 seinen Einfluss, um Premierminister William Pitt dazu zu bewegen, die Steuern auf importierte Waren zu senken. Der Tee wurde für eine breite Masse erschwinglich und avancierte zum Nationalgetränk.

Das Kaffee- und Teehaus ist – wie oben beschrieben – noch als kleiner Teeladen erhalten, doch auch Twinings musste sich inzwischen in der zehnten (!) Generation den Gesetzen des Marktes beugen. 1964 übernahm Associated British Foods die Traditionsmarke. Immerhin: Viele Teesorten werden in Kalkutta abgemischt. So bleibt wenigstens die historische Verbindung die die ehemalige Hauptstadt Britisch-Indiens bestehen.

Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

3 Kommentare - “Wie der Tee nach London kam”

  1. Sarah Sagt:

    Sehr interessant. Vor allem, da ich tagtäglich Tee von Twinings trinke.

    Antwort

  2. Kate Sagt:

    Früher in meiner Kindheit gab es bei Oma immer einen ganz besonderen Tee! Mit einem Elefanten Logo! weißt du eventuell wie dieser heißt?

    Antwort

    • soerenpeters84 Sagt:

      Auf die Schnelle fällt mir nix mit Elefantenlogo ein, aber schau mal nach Dallmayr Grand Cru No. 120 oder Mesna Fine Ceylon Tea. Ist da vielleicht schon was dabei?

      Antwort

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