Santo António de Lisboa

17. Juni 2014

Lissabon, Portugal

Kurz nach der Prozession an der Igreja de Santo António de Lisboa. (Foto: Sören Peters)

An der Igreja de Santo António de Lisboa. (Foto: Sören Peters)

Eigentlich ist die Avenida da Liberdade eine der wichtigsten Verkehrsachsen Lissabon. Am vergangenen Freitag aber war die sechsspurige Prachtstraße, die das Stadtzentrum mit einem großen Verteilerkreisel verbindet, wie ausgestorben. Sichtbar waren nur noch die Spuren einer rauschenden Festnacht: Zerknüllte Dosen, nicht ganz geleerte Bierflaschen, Müll. Wer an diesem Tag zum ersten Mal in Lissabon war, könnte meinen, die Stadt wäre eine schmutzige Schnarchsiedlung. Erst am späten Nachmittag, so schien es, hatten die Bewohner ihren Rausch vom Vorabend ausgeschlafen.

Der Juni mit seinen Heiligenfesten ist DER Festmonat in Portugal. Die Santos Populares (São Pedro , São João und Santo António) werden mit Tänzen, Kulturveranstaltungen und Straßenfesten gefeiert. In Lissabon wird besonders Santo António, der Schutzpatron der Stadt, verehrt. Zu den Festlichkeiten gehört ein Umzug über die Avenida da Liberdade, bei dem Folklore- und Marschgruppen aus dem gesamten Stadtgebiet gegeneinander antreten (der Grund für das eingangs beschriebene Schlachtfeld). Und da der Heilige Antonius als Ehestifter gilt, wird Paaren aus einfachen Verhältnissen eine Hochzeit ermöglicht.

Manjericos. (Foto: Sören Peters)

Manjericos. (Foto: Sören Peters)

Am Freitag geht es dann mit einer Prozession an der Igreja de Santo António weiter (Foto oben). Allgegenwärtig in der gesamten Altstadt: die Manjerico-Stände. Die Pflanze ist eine Form des wilden Basilikums und ein schöner Brauch ist es, einem geliebten Menschen einen solchen Topf zu schenken. Dekoriert ist der Manjerico mit einem Spruch oder kleinen Gedicht.

Wie diese Straße im Alfama-Viertel sieht es während der Heiligenfeste vielerorts in Lissabon aus. (Foto: Sören Peters)

Wie auf diesem steilen Aufgang im Alfama-Viertel sieht es während der Heiligenfeste vielerorts in Lissabon aus. (Foto: Sören Peters)

Abends standen dann die so genannten „arraiais“ auf dem Programm, also Straßenfeste, bei denen sich – typisch Portugal – alles ums Essen dreht. Traditionell isst man eine gegrillte Sardine im Brötchen und spült diese dann mit reichlich Bier und Kirschschnaps („ginha“) herunter. Vor allem im Alfama-Viertel tummelten sich abends die Massen. Überall qualmten die Grills, ein Sitzplatz in einem der provisorisch aufgebauten Straßen-Restaurants war nur schwer zu bekommen. Es hatte den Anschein, als wäre vom Kleinkind bis zum Senior die ganze Stadt auf den Beinen. Am nächsten Morgen war es in der Stadt dann wieder ungewöhnlich ruhig.

Vielen Dank an Turismo de Lisboa und an das Porto Convention and Visitors Bureau für die Umsetzung dieser Reise.

Mehr über Lissabon // Eindrücke aus Porto

Sören Peters

Menschenmassen feiern an der Kirche von Santa Maria Maior. (Foto: Sören Peters)

Menschenmassen feiern an der Kirche von Santa Maria Maior. (Foto: Sören Peters)

Überall im Viertel rauchen die Grills auf den geschmückten Straßen. (Foto: Sören Peters)

Überall im Viertel rauchen die Grills. (Foto: Sören Peters)

Gegrillte Sardinen dürfen bei der Feier nicht fehlen. (Foto: Sören Peters)

Sardinen dürfen bei der Feier nicht fehlen. (Foto: Sören Peters)

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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