Ein Dutzend Gründe, warum Lissabon die hippste Stadt Europas ist

12. Februar 2014

Lissabon, Portugal

Miradouro da Nossa Senhora do Monte. (Foto: Sören Peters)

Blick über die Stadt vom Miradouro da Nossa Senhora do Monte. (Foto: Sören Peters)

London ist cool, Paris ist romantisch und Mailand ist schick – ist ja alles schön und gut, doch Bacalhau ist gesünder als Fish’n’Chips, am Tejo ist es wärmer als an der Seine und die Lisboetas sind ohnehin stylischer als die Italiener. Punkt! Ein Dutzend (mehr oder weniger subjektive) Gründe, warum Lissabon die hippste Stadt Europas ist.

Bifana, also Fleisch im Brötchen, ist Fast Food auf portugiesische Art. (Foto: Sören Peters)

Bifana, also Fleisch im Brötchen, ist Fast Food auf portugiesische Art. (Foto: Sören Peters)

…weil man in Lissabon super essen kann
Gegrillter Fisch, Caldo Verde, Bifanas, Francesinhas, Bitoques, Feijoadas, butterweicher Schafs- und Ziegenkäse (amanteigado!) – dazu ein Glas Vinho Verde oder ein guter Tropfen aus der Alentejo-Region. Lissabon ist ein Paradies für Foodies! Und wenn man nicht gerade in die Touristenfallen tappt, ist das Essen ein preiswertes Vergnügen. Mehr über das Essen in Lissabon

Ein Tagesticket gilt nicht nur für U-Bahn und Busse, sondern auch für die Aufzüge. (Foto: PR/carris.pt)

Ein Tagesticket gilt nicht nur für U-Bahn und Busse, sondern auch für die Aufzüge. (Foto: PR/carris.pt)

…weil man in Lissabon günstig über die Runden kommt
Viele der oben aufgezählten Gerichte gibt es schon für weniger als zehn Euro! Und wo wir schon beim Preis-Leistungs-Verhältnis sind: Für sechs Euro gibt es ein Tagesticket für den Nahverkehr (in London reicht das kaum für eine einzelne Fahrt). Wer mit dem Boot über den Tejo schippern möchte, bezahlt gerade einmal 1,20 Euro. Unschlagbar!

Nachtleben im Bairro Alto. (Foto: Sören Peters)

Nachtleben im Bairro Alto. (Foto: Sören Peters)

…weil man in Lissabon fantastisch feiern kann
Wir bleiben am Tejo: Wo früher die Hafenarbeiter geschuftet haben, befinden sich inzwischen exklusive Restaurants und stylische Clubs, in denen man feiern kann, bis die Sonne aufgeht. Etwas einfacher geht es im Bairro Alto zu. Hier startet das Nachtleben gegen Mitternacht, dauert dafür aber ebenfalls bis in die frühen Morgenstunden. Die Straßen gleichen dabei einer quirligen Open-Air-Bar. By the way: Den halben Liter „Bier to go“ im Plastikbecher gibt es schon für ca. 1,50 Euro!

Gekachelte Stadtansicht: Azulejos am Miradoura Santa Luzia. (Foto: Sören Peters)

Gekachelte Stadtansicht: Azulejos am Miradouro Santa Luzia. (Foto: Sören Peters)

…weil die Wände Geschichten erzählen
Azulejos prägen das Stadtbild von Lissabon wienirgendwo sonst. Ob Heilige, alte Stadtansichten oder die Glorifizierung der früheren Seefahrer – die bunten und blau-weißen Kacheln (übrigens eine Hinterlassenschaft der Mauren) machen Lissabon zu einer einzigen Freiluft-Galerie.

In einer Seitenstraße bröckelt der Putz von den Wänden. (Foto: Sören Peters)

In einer Seitenstraße bröckelt der Putz von den Wänden. (Foto: Sören Peters)

…weil Lissabon alt ist
Der Zahn der Zeit nagt an Straßen und Gebäuden. Ständig klaffen Schlaglöcher auf Gehwegen und Straßen, mancherorts bröckelt der Putz von den Fassaden. Doch diese Missstände haben eine positive Kehrseite: Sie verleihen der Stadt einen gewissen morbiden Charme – zumindest aus den Augen des Besuchers betrachtet. Doch es gibt auch Dinge, die bewusst Geschichten erzählen: Die Tram-Linie 28 etwa, die zuverlässig durch die Gassen rumpelt.

Torre Vasco da Gama und gleichnamige Brücke auf dem Expo-Gelände.. (Foto: Sören Peters)

Torre Vasco da Gama und gleichnamige Brücke auf dem Expo-Gelände. (Foto: Sören Peters)

…weil Lissabon modern ist
Spätestens die Expo 1998 hat Lissabon in die Gegenwart gebeamt. Im Osten der Stadt entstand der Parque das Nações, der mit moderner Architektur aufwarten kann. Weithin sichtbar ist der Torre Vasco da Gama, der ein wenig an den Burj Al-Arab in Dubai erinnert (auch hier ist inzwischen ein Luxushotel beheimatet). Zur gleichen Zeit entstand Europas längste Brücke, die Ponte Vasco da Gama. Auch der Fernbahnhof Oriente sowie ein großes Einkaufszentrum befinden sich auf dem Areal.

Miradouro das Portas do Sol (Foto: Sören Peters)

Blick auf Alfama und den Tejo vom Miradouro das Portas do Sol. (Foto: Sören Peters)

…weil man in Lissabon über den Dingen steht
Nicht nur Rom ist auf sieben Hügeln gebaut, sondern auch Lissabon. Nahezu jeder Hügel hat einen Aussichtspunkt („Miradouro“), von dem man einen herrlichen Blick über die Stadt genießen kann – und das zum Nulltarif! Hier die fünf spektakulärsten Blicke über Lissabon

Treppensteigen gehört in Lissabon zum Alltag. (Foto: Sören Peters)

Treppensteigen gehört in Lissabon zum Alltag – und diese hier sind echt harmlos. (Foto: Sören Peters)

…weil Lissabon einen Knackarsch macht
Wer die Stadt zu Fuß erkundet, kann das viele gute Essen im Null-Komma-Nix wieder loswerden. Durch das ständige Auf und Ab werden Oberschenkel und Gesäßmuskel trainiert. So setzt sich das süße Frühstück nicht allzu schnell auf den Hüften ab.

Gekrönte Eusébio-Statue vor dem Estádio da Luz. (Foto: Sören Peters)

Gekrönte Eusébio-Statue vor dem Estádio da Luz. (Foto: Sören Peters)

…weil Lissabon einen König hat
Am 5. Januar 2014 legte sich ein dunkler Schleier über die Stadt, als Eusébios Herz aufhörte zu schlagen. Der ehemalige Fußballer war eine solche Ikone, dass die Regierung eine dreitägige Staatstrauer ausrief. Sogar Fans des zweiten großen Hauptstadt-Vereins, Sporting, trauerten um den großen Benfica-Star. Bereits zu Lebzeiten wurde „O Rei“, dem König also, ein Denkmal vor dem Estádio da Luz errichtet. Inzwischen ist dieses hinter Plexiglas verschwunden.

Cristo Rei breitet seine Arme über Lissabon. (Foto: Sören Peters)

Cristo Rei breitet seine Arme über Lissabon. (Foto: Sören Peters)

…weil Lissabon gesegnet ist
Mit ausgebreiteten Armen steht Jesus Christus auf einem 75 Meter hohen Sockel am Südufer des Tejo und breitet seine Arme segnend über der Stadt aus. Der damalige Bischof von Lissabon (Dom Manuel Gonçalves Cerejeira) hatte die Christus-Statue in Rio de Janeiro gesehen und konnte das portugiesische Episkopat überzeugen, eine Nachbildung in Lissabon, bzw. in Almada, zu errichten. Als Dank an Gott, dass Portugal vom Zweiten Weltkrieg verschont blieb, wurde der Cristo Rei am Pfingstsonntag 1959 eingeweiht.

Tagesausklang am Strand vom Carcavelos. (Foto: spe)

Strand in Carcavelos. (Foto: Sören Peters)

…weil Lissabon einen Strand hat
Okay, Lissabon verfügt nicht über einen Stadtstrand wie Barcelona, doch nur wenige Minuten von Lissabon entfernt kann man die Seele baumeln lassen. Die Küstenstraße Avenida Marginal verbindet Lissabon mit Cascais, parallel dazu verläuft eine Bahnlinie. Strände gibt es unter anderem in der Nähe der Stationen Santo Amaro, Carcavelos und Estoril. Wer einen Wagen hat, kann zudem nach Guincho oder Caparica an der Atlantikküste fahren.

Montage: In einer Sonnenbrille spiegelt sich der Blick vom Parque Eduardo VII. (Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/znany/4668462023/">znany</a> via <a href="http://photopin.com">photopin</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/">cc</a> / Sören Peters)

Montage: In einer Sonnenbrille spiegelt sich der Blick vom Parque Eduardo VII. (Foto: znany via photopin cc / Sören Peters)

…weil man im Winter Sonnenbrille tragen kann
Wenn der Duft von gerösteten Kastanien durch die Straßen zieht, kündigt sich eigentlich der Winter an. Doch während hierzulande alle Sommer-Accessoires eingemottet werden, kann man noch immer Sonnenbrille tragen. Die Stadt sonnt sich in einem ganz besonderen Licht, was ihr den Beinamen „weiße Stadt“ eingebracht hat.

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Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

2 Kommentare - “Ein Dutzend Gründe, warum Lissabon die hippste Stadt Europas ist”

  1. Alexander Kroll Sagt:

    Hallo Sören,
    vielen Dank für die sehr „schillernden“ Gründe, die Lissabon in einem sehr warmen Licht beschreiben!
    Vielleicht eine Ergänzung: die Fassaden bröckeln nicht etwa nur, weil Lissabon alt ist, sondern vor allem, weil die portugiesische Regierungen spätestens seit den neunziger Jahren – unter anderem auch zu der Zeit, als die Expo in fast Größen wahnsinnige Art und Weise geplant wurde – Geld Projekte investiert haben, die den Staat beinahe in den Bankrott getrieben hat.
    Zu diesen Projekten zählen unsinnige Autobahnen, gigantische Brücken u.ä. Für die Erhaltung der historischen Städte und Stätten blieb da kein Geld – leider.
    Aber jetzt gerne wieder zurück zu dem romantischen Sichtweisen…
    Beste Grüße aus Berlin, Alexander

    Antwort

    • soerenpeters84 Sagt:

      Hallo Alexander,

      vielen Dank für Dein Feedback! Die Zeit der Neunziger habe ich leider nicht so mitgekriegt, bin aber dabei, mich tiefer in die Geschichte reinzulesen ;-) Muss gleich mal Deiner Seite einen Besuch abstatten.

      LG, Sören

      Antwort

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