Ankommen auf Phuket: Kulturschock in Patong

9. Januar 2014

Asien, Thailand

Nightlife am Patong Beach. (Handyfoto: Sören Peters)

Nightlife am Patong Beach. (Handyfoto: Sören Peters)

Vor meiner Reise nach Phuket habe ich einen entscheidenden Fehler gemacht: Ich habe keine Erwartungen formuliert. Denn wer als Tourist die größte Insels Thailands besucht, scheint genau das zu tun. Man erwartet eine touristische Infrastruktur, leckeres (nicht allzu exotisches) Essen und gutes Wetter. Dafür bezahlt man auch gerne mal etwas mehr. Schließlich hat man auf Mallorca oder den Kanaren im Dezember kein so gutes Wetter. Klar, ich hatte vorher ein bisschen recherchiert, auf was mich im Pauschal-Paradies gefasst machen sollte. Doch die ersten Tage in Patong, dem touristischen Epizentrum der Insel, waren dann doch ein Kulturschock.

Reges Treiben an der Bangla Road. Hier konzentriert sich das Nachtleben am Patong Beach.  (Foto: Sören Peters)

Reges Treiben an der Bangla Road. Hier konzentriert sich das Nachtleben. (Foto: Sören Peters)

Phuket im Allgemeinen und Patong im Besonderen mögen zwar sehr thailändisch sein, jedoch fühlte ich mich während der ersten Tage wie auf „Malle“. Mit dem Unterschied, dass ich bei meinem ersten Ballermann-Trip zarte 18 Jahre jung war und es total geil fand, an jeder Ecke Action zu haben. Heute, gute elf Jahre später und mit fester Freundin ausgestattet, sieht die Geschichte schon anders aus. Beispielsweise am Strand.

Ballermann-Feeling in Thailand. Und ja, das da hinten ist wirklich eine Deutschland-Flagge! (Foto: Sören Peters)

Dicht an dicht stehen die Strandliegen: Ballermann-Feeling in Thailand. Und ja, das da hinten ist wirklich eine Deutschland-Flagge! (Foto: Sören Peters)

Für 200 Baht (fünf Euro) bekommt man zwei Liegestühle und einen Sonnenschirm. Den ganzen Tag lang, wie uns der Vermieter versicherte. „Denn wenn Ihr mittags mal weggehen wollt, um etwas zu essen oder kurz ‚bum bum‘ machen – kein Problem. Ich halte Euch die Liegen frei.“ Das Angebot haben wir gerne angenommen. Scharf ging es aber nur bei der Creamy Tom Yam Gung zur Sache.

Nebenstraße der Bangla Road, hier reiht sich eine Bierbar an die nächste. Zum Zeitpunkt der Aufnahme ist noch nicht ganz so viel los, zu späterer Stunde halten einem Promo-Girls zahllose Werbetafeln vors Gesicht. (Foto: Sören Peters)

Nebenstraße der Bangla Road, hier reiht sich eine Bierbar an die nächste. Zum Zeitpunkt der Aufnahme ist noch nicht ganz so viel los, zu späterer Stunde halten einem Promo-Girls zahllose Werbetafeln vors Gesicht. (Foto: Sören Peters)

Oder abends. Zuvor war ich nur mit meiner Freundin in Thailand, doch zwei Jungs, die ihre Astralkörper durch die Straßen schwingen, scheinen dann doch eher zur Zielgruppe gewisser Angebote zu gehören. Ping Pong Show hier, Bier trinken da, Massage dort. „You want to come inside…me?“ No, thank you! Und dann noch die Schneider oder Krimskrams-Verkäufer, die einem am liebsten noch die Hand geben wollen. Das kann die Geduld schon arg strapazieren.

Ohne Worte. (Foto: Sören Peters)

Ohne Worte. (Foto: Sören Peters)

Ein weiteres Ärgernis: Die Preise. Dass Patong der teuerste (Urlaubs-)ort Thailands ist, war uns klar, doch 400 Baht für eine Tuk-Tuk-Fahrt zum Nachbarstrand und etwas Obst für 100 Baht sind schon recht happig. Nach drei Tagen in Patong stand meine Entscheidung fest: nie wieder!

Ja, das ist wirklich Patong. Während die Nachtschwärmer noch ihren Rausch ausschlafen, hat man den Strand für ein, zwei Stunden (fast) für sich alleine. (Foto: Sören Peters)

Ja, das ist wirklich Patong. Während die Nachtschwärmer noch ihren Rausch ausschlafen, hat man den Strand für ein, zwei Stunden (fast) für sich alleine. (Foto: Sören Peters)

Jetzt weiterlesen: Wie ich mit dem Ort Frieden schloss und warum ich immer wieder nach Phuket reisen würde.

Sören Peters

Türkisblaues Wasser und ein Strand, der flach ins Meer abfällt: Patongs Beliebtheit hat seine Gründe. Am Ende habe ich es doch noch geschafft, Frieden zu schließen mit dem Ort - und würde sogar noch einmal her kommen. (Foto: Sören Peters)

Türkisblaues Wasser und ein Strand, der flach ins Meer abfällt: Patongs Beliebtheit hat seine Gründe. Am Ende habe ich es doch noch geschafft, Frieden zu schließen mit dem Ort – und würde sogar noch einmal her kommen. (Foto: Sören Peters)

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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