Das erste Mal: Mit dem „Boris Bike“ durch London

28. Oktober 2013

London

Die Londoner Leihräder, umgangssprachlich auch "Boris Bikes" genannt. Hier eine Dockingstation an der Brick Lane. (Foto: Sören Peters)

Die Londoner Leihräder, umgangssprachlich auch „Boris Bikes“ genannt. Hier eine Dockingstation an der Brick Lane. (Foto: Sören Peters)

Lange habe ich mich geziert, mit dem Rad durch London zu fahren. Warum das so war, kann ich so genau gar nicht sagen. Mal war es Faulheit, mal fehlende Zeit. Doch wenn man als Reiseleiter viel Zeit im Bus verbringt – und damit unweigerlich auch im Stau – will man eines Tages zurückschlagen, mit dem Londoner Straßenverkehr ins Reine kommen und die zähflüssige Blechlawine hinter sich lassen.

Dieser eine Tag war ein Samstag, Anfang Oktober. Es muss eine Mischung gähnender Langweile und akzeptablem Wetter gewesen sein, die mich dazu bewog, mir unweit der Charing Cross Station ein Leihfahrrad zu schnappen. Diese so genannten „Boris Bikes“ gibt es seit dem Sommer 2010 in der britischen Hauptstadt. Der aktuelle Bürgermeister Boris Johnson beansprucht die Einführung zwar für sich, doch angekündigt hatte die Umsetzung sein Amtsvorgänger Ken Livingstone.

Die Räder sind eine sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. (Foto: photo credit: <a href="http://www.flickr.com/photos/katedahl/7298712532/">katedahl</a> via <a href="http://photopin.com">photopin</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">cc</a>)

Die Räder sind eine sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. (Foto: photo credit: katedahl via photopin cc)

Die öffentlichen Leihräder sind als Ergänzung zu Bus und Bahn gedacht. Das System ähnelt dem Vélib in Paris oder dem BiCiNg in Barcelona. Während man in der katalanischen Hauptstadt aber eine lokale Anschrift und ein spanisches Bankkonto benötigt, funktionieren die Radleihsystem in Paris und London unkomplizierter: Einfach Kreditkarte ins Bezahlterminal stecken, Tagesabo abschließen und mit dem generierten Code ein Fahrrad freischalten. In London sind das zwei GBP am Tag. Fahrten bis 30 Minuten sind kostenlos, danach greift ein nach Zeit gestaffelter Tarif.

Los ging’s also von der Charing Cross Station über Strand und Fleet Street bis in die City. Es ist ein befreiendes Gefühl, an den Fußgängern vorbeizurauschen und den Rückstau an den Ampeln zu überspringen. In der City ist samstagnachmittags ohnehin nichts mehr los und man hat die Straßen fast für sich allein. Zurück also ins Getümmel, an St. Paul’s vorbei und über Holborn und Shaftesbury Avenue nach Soho. Fazit: Von der ersten Tour bin ich echt angetan. Radfahren macht ohnehin schon Bock, wenn es dann noch eine so tolle Stadt zu sehen gibt, macht es gleich doppelt so viel Spaß.

Längst haben Freizeitsportler die Räder als BMX-Ersatz für sich entdeckt. (Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/thirtyfootscrew/7789865218/">Ashley Burton</a> via <a href="http://photopin.com">photopin</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/">cc</a>)

Längst haben Freizeitsportler die Räder als BMX-Ersatz für sich entdeckt. (Foto: Ashley Burton via photopin cc)

Lessons learned:  1. Der Londoner Verkehr ist erträglich, wenn man nicht mitten drin steckt. 2. Auf dem Fahrrad vergeht die Zeit rasend schnell, wie ich hinterher bei der Kreditkartenabrechnung bemerkte. 3. Die Räder sind eine echte Alternative zur Tube und eignen sich auch für Sightseeing-Touren – dabei aber die Uhr im Blick behalten ;-)

Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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