Vietnam: Auf dem schwimmenden Markt in Cai Be

24. Oktober 2013

Asien, Vietnam

Auf dem schwimmenden Markt in Cai Be wechseln tropische Früchte säckeweise den Besitzer. Schon früh am Morgen ist das knattern der Bootsmotoren nicht zu überhören. (Foto: Sören Peters)

Auf dem schwimmenden Markt in Cai Be wechseln tropische Früchte säckeweise den Besitzer. Schon früh am Morgen ist das knattern der Bootsmotoren nicht zu überhören. (Foto: Sören Peters)

Die französischen Kolonialherren werden sich etwas dabei gedacht haben, als sie in Cai Be eine Kirche direkt ans Ufer des Mekongdelta gebaut haben. Denn in aller Herrgottsfrühe ist auf dem Wasser die Hölle los – kurz nach sechs ist der Handel auf dem schwimmenden Markt voll im Gange: Drachenfrüchte, Melonen, Getreide, Jackfrüchte und Ananasse wechseln den Besitzer. Dazwischen kleine Nussschalen, die Händler und Kunden mit Nudelsuppe versorgen. Damit man auf Anhieb sieht, was es wo zu kaufen gibt, hängt an jedem Boot in gut sichtbarer Höhe ein Exemplar der feilgebotenen Ware.

Französische Kirche am Mekongufer in Cai Be. (Foto: Sören Peters)

Französische Kirche am Mekongdelta-Ufer in Cai Be aus dem Jahr 1935. (Foto: Sören Peters)

Was uns außergewöhnlich erscheint, hat dabei einen ganz pragmatischen Hintergrund: Da es kaum Straßen gibt (und diese aufgrund der Bodenverhältnisse auch nur schwer zu bauen wären) verkaufen die Bauern ihre Ernte an Transportschiffe, die wiederum bedienen die schwimmenden Märkte. Und da kommt einiges zusammen. Fast jeder Hektar des 39.000 Quadratkilometer großen Mekongdeltas wird landwirtschaftlich genutzt. Jedes Jahr aufs Neue spült der „Neun-Drachen-Fluss“ fruchtbaren Boden an die Ufer seiner neun Hauptarme. Während man an der Nordsee um jeden Zentimeter Land kämpfen muss, lassen die Sedimente das Delta jedes Jahr rund 80 Meter wachsen.

Der Fluss bestimmt maßgeblich das Leben im Mekongdelta: Er ist Hauptverkehrsader, Badewanne und (leider) auch Abwasserrohr. (Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/lisartdesign/9387530220/">LisArt</a> via <a href="http://photopin.com">photopin</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">cc</a>)

Der Fluss bestimmt maßgeblich das Leben im Mekongdelta: Er ist Hauptverkehrsader, Badewanne und Abwasserrohr. (Foto: LisArt via photopin cc)

Der Mekong ist jedoch nicht nur Hauptverkehrsweg und Lebensader, sondern auch Badewanne, Waschsalon und Abwasserrohr für 17,3 Millionen Menschen. Ganz recht, obwohl die Region sehr ländlich wirkt – nicht zuletzt aufgrund der kaum vorhandenen Straßen – ist das Mekong-Delta im Hinblick auf Fläche und Einwohnerzahl vergleichbar mit Nordrhein-Westfalen.

Schwimmender Markt in Cai Rang. (Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/dalbera/6642795155/">dalbera</a> via <a href="http://photopin.com">photopin</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">cc</a>)

Viel los auf dem schwimmenden Markt in Cai Rang. (Foto: dalbera via photopin cc)

Schwimmende Märkte Neben dem „Floating Market“ in Cai Be gibt es noch weitere schwimmende Märkte im Mekongdelta, beispielsweise in Cai Rang und Phong Dien (beide nahe Can Tho). Auch hier beginnt das Treiben in aller Herrgottsfrühe.  Früh aufstehen lohnt sich also immer in Vietnam. Nicht nur in Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon). Von dort aus geht es in rund zwei Stunden mit dem Bus ins Delta. Weitere Eindrücke in der Fotogalerie

Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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