Ein perfekter Tag in…Saigon

10. Oktober 2013

Asien, Vietnam

Von der Aussichtsterrasse lässt sich die Stadt prima überblicken. Links der Grünanlagen befindet sich das Backpackerviertel. Auch die Markthallen und der für Fußgänger leicht geisteskranke Kreisverkehr davor sind zu erkennen. (Foto: spe)

Ausblick über Saigon vom Bitexco-Tower aus: Der Grünstreifen trennt die Straßen Pham Ngu Lao und Le Lai. Links der Grünanlagen befindet sich das Backpackerviertel. Rechts: Die Ben-Tanh-Markthallen und der für Fußgänger leicht geisteskranke Kreisverkehr. (Foto: Sören Peters)

Mein perfekter Tag in Saigon, oder offiziell: Ho-Chi-Minh-Stadt, besteht aus einem ausgedehnten Spaziergang. Und der beginnt in aller Frühe, wenn es noch nicht so unerträglich schwül ist. Ohnehin ist Vietnam ein Land der Frühaufsteher. Und auch wenn ich keine Verpflichtungen habe, tu ich es den Einheimischen gleich und quäle ich mich um kurz nach fünf aus dem Bett. Wobei von Qual jedoch kaum die Rede sein kann. Denn schon während ich die Vorhänge beiseite ziehe, sehe ich, wie hinter den Hochhäusern der Morgen graut. Die beleuchteten Werbetafeln verlieren ihre Strahlkraft. Vor meinem Fenster erwacht Saigon zum Leben.

Das Herzstück Saigons: Der Ben-Thanh-Markt. (Foto: spe)

Das Herzstück Saigons: Der Ben-Thanh-Markt. Davor der Mopedverkehr im König aller Kreisverkehre. (Foto: Sören Peters)

Auf den Straßen beginnt langsam das geschäftige Treiben. Die Fahrbahn kann man aber noch ohne die allgegenwärtige Angst passieren, gleich von einem der fünf Millionen Motorroller umgefahren zu werden. Während sich der Himmel rötlich färbt, laufe ich durch den kleinen Grünstreifen zwischen Pham Ngu Lao und Le Lai (siehe Foto oben). Die Luft ist erfüllt von Federbällen – und von meditativen Klängen, zu denen Jung und Alt Tai-Chi-Übungen machen. Dazu mischt sich allmählich das Geknatter und Gehupe der Mopeds.

Die kleine Frühstücksbude an der De-Tham-Street. (Foto: Sören Peters)

Die kleine Frühstücksbude an der De-Tham-Street. (Foto: Sören Peters)

An der De-Tham-Street lege ich einen kurzen Frühstücksstopp ein. Gegenüber des Reisebüros „The Sinh Tourist“ gibt es einen Stand, wo es für 20.000 Dong (ca. 80 cent) ein leckeres Omelette-Brötchen gibt – mit Tomate, Gurke und Koriander. Weiter geht es zum Ben-Tanh-Markt, wo die Obsthändler und Floristen bereits ihre Auslagen bestückt haben. Rund um die Markthallen wird es so langsam kribbelig: Der Verkehr nimmt weiter zu. Essensreste in der Gosse zeugen davon, dass die Frühstückszeit bereits vorbei ist. Auch in den Markthallen selbst hat der Tag begonnen. Zwischen Lebensmitteln, Textilien und Nippes mischen sich Touristen und Einheimische (unbedingt mitbringen: ein Pfund Wieselkaffee – Handeln nicht vergessen!!!)

Kaffee und Tee sind günstig zu haben. Spezialität ist der Weasel Coffee. Die Bohnen werden an Schleichkatzen verfüttert und unverdaut wieder ausgeschieden. (Foto: spe)

Kaffeestand im Ben-Tanh-Markt: Spezialität ist der Weasel Coffee. Die Bohnen werden an Schleichkatzen verfüttert und unverdaut wieder ausgeschieden. (Foto: Sören Peters)

Ich überwinde mich und überquere den quirligen Kreisverkehr vor den Markthallen. Weiter geht es über die Ham Nghi ins moderne Saigon. Doch bevor ich auf den Bitexco-Tower fahre, mache ich noch einen kleinen Abstecher über den angrenzenden Straßenmarkt (Ton That Dam). Selten kommen sich Vergangenheit und Zukunft so nah.

Zwischen Rex und Einkaufszentrum: Das alte Rathaus und Sitz des Volkskommitees. (Foto: spe)

Das alte Rathaus und aktueller Sitz des Volkskommitees. (Foto: Sören Peters)

Nachdem ich die Stadt von oben betrachtet habe, spaziere ich über die Nguyen Hue bis zum alten Rathaus und schnuppere französisches Flair. Es ist inzwischen Vormittag und die Sonne steht hoch am Himmel. Zum Glück befindet sich zwei Blocks weiter, gleich auf der anderen Seite der Dong Khoi, das Shopping-Center „Vincom“. Die Klimaanlage und eine kalte Cola bringen mich nach vorne.

Eine Schale Pho Bo (Rind) oder Ga (Huhn) gehört zu einem perfekten Tag in Saigon einfach dazu. (Foto: Sören Peters)

Eine Schale Pho Bo (Rind) oder Ga (Huhn) gehört zu einem perfekten Tag in Saigon einfach dazu. (Foto: Sören Peters)

Ich laufe die Dong Khoi weiter hinauf bis zur Kathedrale Notre-Dame. Gleich daneben befindet sich das Hauptpostamt. Ein kurzer Abstecher über die Le Duan zum Wiedervereinigungspalast rundet mein Sightseeing-Programm ab – zumindest vorerst. Neben dem Ben-Tanh-Markt mache ich es mir mit einer Schale Pho Bo auf einem kleinen Plastikstühlchen bequem und beobachte das rege Treiben, bevor ich mich für eine Stündchen aufs Ohr haue.

Ein wenig versteckt in einer Seitenstraße befindet sich die Pagode des Jadekaisers. (Foto: spe)

Ein wenig versteckt in einer Seitenstraße befindet sich die Pagode des Jadekaisers. (Foto: Sören Peters)

Das Nachmittagsprogramm besteht aus einem Tempelbesuch. Das geht gut im chinesischen Stadtteil Cholon. Oder zentrumnah. Ich entscheide mich für die Pagode des Jadekaisers. Ganz bequem mit dem Taxi. Achtung: Die Pagode liegt etwas versteckt in der Seitenstraße Mai Thi Luu, evtl. auf dem Stadtplan markieren und dem Fahrer zeigen. Der Altarraum im Inneren ist erfüllt vom Duft der Räucherstäbchen. Ich verliere mich in den verwinkelten Gängen. Anschließend fahre ich zurück ins Zentrum, wo der Abend mit einem Abendessen im „Quan An Ngon“  beginnt. Während des Essens unter freiem Himmel werden die Gäste leicht mit Wasser bestäubt.

Das Quan An Ngon ist im VErgleich zu den übrigen Restaurants zwar etwas teurer, im Vergleich zu Europa jedoch immer noch spottgünstig. (Foto: Sören Peters)

Das Quan An Ngon ist im Vergleich zu den übrigen Restaurants zwar etwas teurer, im Vergleich zu Europa jedoch immer noch sehr günstig. (Foto: Sören Peters)

Der Verdauungsspaziergang führt zur Straßenkreuzung von Pham Ngu Lao und Nguyen Tai Hoc. Von der Eckbar aus lässt sich der Verkehrstrubel ganz gut beobachten. Dazu gibt es ein frisch gezapftes Tiger-Bier. Auch das Backpackerviertel ist nicht weit, um einen Tag voller Eindrücke ausklingen zu lassen. Der nächste Tag beginnt definitiv etwas später!

Weitere Eindrücke aus Saion/Ho-Chi-Minh-Stadt

Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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