Serra da Estrela: Dem Himmel so nah

13. September 2013

Portugal

Der Mond über den schroffen Bergen der Serra da Estrela. (Foto: spe)

Der Mond über den schroffen Bergen der Serra da Estrela. (Foto: spe)

Gestern habe ich Euch ja bereits Guarda als Ausgangspunkt für Touren in die Serra da Estrela vorgestellt, heute geht’s richtig hoch hinaus. Mit einer Höhe von bis zu 1.993 Metern ist der Torre die höchste Erhebung von Kontinental-Portugal*. Mit dem Turm oben drauf werden es runde 2.000 Meter. Wer den Portugiesen aufs Dach steigen will, ist jedoch entweder auf ein Auto angewiesen oder muss gut in Form sein: Neben Autos, Jeeps und Lastwagen quälen sich auch jede Menge Radfahrer über die recht gut ausgebauten, jedoch sehr engen und kurvenreichen Straßen. Bei der Fahrt durch die Dörfer bekommt man einen Eindruck vom alltäglichen Leben und passiert bei Relva da Reboleira Portugals einzige Kunstschneepiste. Überhaupt ist die Serra da Estrela das einzige Skigebiet in Portugal. (*höchster Berg überhaupt ist der Ponta do Pico auf den Azoren mit 2.351 Metern)

Das Touristenzentrum auf dem "Torre", mit 1.993 Metern der höchste Berg auf dem portugiesischen Festland. (Foto: spe)

Das Touristenzentrum auf dem „Torre“, mit 1.993 Metern der höchste Berg auf dem portugiesischen Festland. Durch den Turm in der Mitte werden es runde 2.000 Meter. (Foto: spe)

Oben angekommen, führt der erste Weg in das kleine Touristenzentrum. Schon beim Betreten kommt einem der Geruch nach Ziegen und Schafen entgegen. Kein Wunder, denn angeboten werden unter anderem Felle, Fell-Pantoffeln, Lederwaren und Käse (Queijo da Serra da Estrela), dessen Innenleben jedoch keine feste Masse ist, sondern butterweich (das Produkt ist regional geschützt). Darüber hinaus gibt es den üblichen Souvenir-Krimskrams. Hinter dem Gebäudekomplex, zu dem auch eine kleine Kapelle gehört, befindet sich ein Steingarten.

Zu Skulpturen aufgetürmte Steine hinter dem Besucherzentrum. (Foto: spe)

Zu Skulpturen aufgetürmte Steine hinter dem Besucherzentrum. (Foto: spe)

Was sich lohnt, ist eine Fahrt mit dem Sessellift (fünf Euro pro Person). Wenn die Gondel losgleitet, entfernt sich langsam aber sicher auch der letzte Lärm und außer dem Wind sowie ab und zu ein paar Schafen ist nichts mehr zu hören. Rund eine halbe Stunde dauert die Entspannung in zehn Metern über dem Boden.

Panoramablick über die Serra da Estrela. (Foto: spe)

Panoramablick über die Serra da Estrela. (Foto: spe)

Empfehlenswert ist ein Besuch in den Sommermonaten, allein schon aufgrund der schwierigen Straßenverhältnisse im Winter. Doch selbst im August lohnt es sich, einen Pulli einzupacken. Auf dem Rückweg bietet es sich ein, einen Stopp in Sabugueiro einzulegen. Das Örtchen ist auf Besucher eingestellt, dementsprechend gibt es entlang der Durchgangsstraße zahlreiche Restaurants. Bei unserem Besuch waren wir im „Grelhados da Serra“ (siehe Foto unten). Wie für den Norden Portugals üblich gab es eine reichliche Portion Fleisch mit Gemüse zum fairen Preis: ca. 30 Euro für zwei Personen inkl. Getränke und Espresso.

Região de Turismo da Serra da Estrela

Sören Peters

Fünf Euro kostet die Fahrt mit dem Sessellift. Gut zu sehen: Die Rauchschwaden der Waldbrände. Das Foto entstand am 26. August 2013. (Foto: spe)

Fünf Euro kostet die Fahrt mit dem Sessellift. Gut zu sehen: Die Rauchschwaden der Waldbrände. Das Foto entstand am 26. August 2013. (Foto: spe)

Je weiter sich die Gondel entfernt, desto ruhiger wird es. Das Hochplateau ist durchzogen mit Lagunen. (Foto: spe)

Je weiter sich die Gondel entfernt, desto ruhiger wird es. Das Hochplateau ist durchzogen mit Lagunen. (Foto: spe)

Aus der Kategorie "gottverlassenste Orte der Welt": Dieser (ehemalige?) Hof auf dem Weg von Manteigas zum Torre. (Foto: spe)

Aus der Kategorie „gottverlassenste Orte der Welt“: Dieser (ehemalige?) Hof auf dem Weg von Manteigas zum Torre. (Foto: spe)

Reichlich Fleisch und viel Gemüse: Essen im "Grelhados da Serra" in Sabugueiro. (Foto: spe)

Reichlich Fleisch und viel Gemüse: Essen im „Grelhados da Serra“ in Sabugueiro. (Foto: spe)

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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