Feiern auf Katalanisch: Drei Feste, bei denen der Funke garantiert überspringt

15. Juli 2013

Barcelona

Einer der Höhepunkte bei katalanischen Festen: der Feuerlauf (Correfoc) - hier auf der Via Laietana beim Stadtfest La Mercè in Barcelona. (Foto: spe)

Einer der Höhepunkte bei katalanischen Festen: der Feuerlauf (Correfoc) – hier auf der Via Laietana beim Stadtfest La Mercè in Barcelona. (Foto: spe)

Die Sommermonate sind in Katalonien – und überhaupt auf der iberischen Halbinsel – die Zeit der Stadt- und Heiligenfeste. Auch in Barcelona gibt es mehrere herausragende Veranstaltungen, die einen Besuch wert sind. Drei Feste und eine kleine katalanische Feierkunde.

Auf Hochtouren laufen derzeit die Vorbereitungen für die Festa Major de Gràcia. Zwischen dem 15. und 20. August verwandeln sich die Straßen des Viertels in eine Art Wunderland. Je nach Thema dekorieren die Anwohner Straßen und Balkone, stellen Tische und Stühle auf die Straße und feiern sich und ihren Stadtteil. Hinzu kommen Konzerte, verschiedene Wettbewerbe und die Auszeichnung der schönsten Straßendeko. Bis zu zwei Millionen Gäste kommen über die Tage verteilt nach Gràcia. Die Beliebtheit der Festa Major hat aber auch seine Schattenseiten: Spätestens zwei Tage nach der Eröffnung erscheinen die ersten Zeitungsartikel, in denen die Anwohner nächtliche Ruhestörungen und die Vermüllung der Straßen beklagen. Vor einigen Jahren mündete die Durchsetzung der Nachtruhe durch die Polizei gar in Ausschreitungen. Fotos und weitere Informationen auf der (nicht ganz aktuellen) Webseite.

Nahezu nahtlos ist der Übergang zur Festa Major de Sants. Vom 23. bis zum 30. August putzen auch hier die Anwohner ihr Viertel heraus. Zahlreiche Aktivitäten finden im Parc de la Espanya Industial statt. Der Ablauf ist im Grunde der gleiche wie in Gràcia: Farbenfroh geschmückte Straßen, Konzerte, gemeinschaftliches Essen auf der Straße und verschiedene Wettbewerbe. Herausragend sind dabei ein Lauf und ein Radrennen. Weitere Informationen

Gehören zum katalanischen Fest dazu wie ein Becher Estrella Damm: Gegants (l.) und Castellers. (Foto: spe)

Gehören zum katalanischen Fest dazu wie ein Becher Estrella Damm: Gegants (l.) und Castellers. (Foto: spe)

Höhepunkt der Party-Saison ist das Fest zu Ehren der Stadtheiligen – La Mercè. Bis zu 500 Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet stehen zwischen dem 20. und 24. September auf dem Programm, darunter zahlreiche Konzerte namhafter Bands. Offizielle Webseite

Die Feierlichkeiten – nicht nur La Mercè – bieten einen interessanten Einblick in die katalanische Kultur. Fester Bestandteil der typischen katalanischen Feste sind die Castellers. Das Bauen menschlicher Türme ist eine Art Nationalsport. Begleitet wird der Bau von traditioneller Flötenmusik. Nahezu jeder Stadtteil, bzw. im ländlichen Bereich jedes Dorf, hat einen eigenen Verein. Ebenfalls gibt es die Umzüge der Gegants zu sehen. Dabei werden überdimensionierte Abbildungen von weltlichen Herrschern und Heiligen durch die Straßen getragen, ebenfalls in Begleitung von Flöten und Trommeln.

Der katalanische Nationalheilige Sant Jordi (Hl. Georg) tötete der Legende nach einen Drachen. Seitdem ist das Fabelwesen in der Traditionspflege fest verankert. (Foto: spe)

Der katalanische Nationalheilige Sant Jordi (Heiliger Georg) tötete der Legende nach einen Drachen. Seitdem ist das Fabelwesen in der Traditionspflege fest verankert. (Foto: spe)

Unumstrittener Höhepunkt der Feiern ist jedoch der Feuerlauf („Correfoc“, siehe Foto oben), bei dem die Katalanen ihren Hang zur Pyromanie voll und ganz ausleben können. Dabei ziehen funkensprühende Drachen durch die Straßen, dazwischen tanzende Menschen. Bei La Mercè führt der Zug in der Regel über die Via Laeitana. Dresscode: Lieber Baumwolle tragen statt Polyester, auch eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung können hilfreich sein.

Weitere Sommeraktionen in BCN im Überblick
Übersicht: Feste in der Provinz Barcelona

Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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