Patpong: Nicht besser als sein Ruf, aber auch nicht schlechter

13. März 2013

Asien, Thailand

Auf und an der Patpong 1: Nachtmarkt und Gogo-Bars. (Foto: spe)

Auf und an der Patpong 1: Nachtmarkt und Gogo-Bars. (Foto: spe)

Wer Bangkok von seiner sündigen Seite erleben möchte, der kommt nach Patpong. Klar, so steht’s im Reiseführer und so hat es sich herumgesprochen. Allzu viel sollte man aber nicht erwarten. Ohnehin lohnt sich ein Besuch erst nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Neon-Reklametafeln die Trostlosigkeit der Gegend überstrahlen. Interessant sind eigentlich nur die Straßen Patpong 1 und 2, sie  verbinden die Silom Road mit der Surawong Road. Die nächste Skytrain-Haltestelle ist Sala Daeng.

Das eigentliche Geschehen spielt sich auf der Patpong 1 ab: Hier befindet sich der Nachtmarkt, auf dem die Händler Textilien, Schmuck und Nippes anbieten – alles gefälscht, versteht sich. Links und rechts vom Markt gibt es jede Menge Tattoo-Studios, Lokale und vor allem Gogo-Bars. Im Vorbeigehen sieht man durch die offenen Türen die Tänzerinnen, die sich mit gelangweiltem Gesichtsausdruck mehr oder weniger erotisch bewegen. Alle paar Meter stehen Schlepper, die versuchen, einen in die Tabledance-Läden oder in die Ping-Pong-Shows zu locken – wer wissen möchte, was das ist, kann sich auf „Special-Interest-Seiten“ genauer informieren ;-)

Wer hier unterwegs ist, sollte auf jeden Fall auf sein Geld aufpassen. Damit sind nicht unbedingt Taschendiebe gemeint, sondern die (Fantasie-)Preise auf dem Nachtmarkt und in den Bars. Auf dem Nachtmarkt nennen die Händler Preise, die in etwa drei Mal so hoch sind, was man eigentlich ausgeben sollte. Hier gilt: Dreist verhandeln, hart bleiben und gegebenenfalls einfach weitergehen. Die gleichen Souvenirs gibt es ohnehin an gleich mehreren Ständen. Auch in den Gogo-Bars werden Besucher regelmäßig über den Tisch gezogen. Auch wenn das Angebot der Schlepper auf der Straße noch so verlockend ist – das dicke Ende kommt bei der Getränkerechnung. Leider sind auch die „normalen“ Bars aufgrund der horrenden Getränkepreise nicht zu empfehlen. Dies scheint aber auch darin begründet, dass die Lokale als Kontaktbörse für körperliche Dienstleistungen genutzt werden.

Ausschließlich männliches Publikum zieht diese von der Surowang Road abzweigende Gasse an. (Foto: spe)

Ausschließlich männliches Publikum zieht diese von der Surawong Road abzweigende Gasse an. (Foto: spe)

Parallel dazu verläuft die Patpong 2. Diese Straße ist an sich nur dunkel und schäbig und dient der Bestätigung von Vorurteilen: Vor einigen Bars oder Massagesalons sitzen zum Teil blutjunge Mädchen, die auf Kundschaft warten. Stellt sich nur die Frage, was genau die Frauen da massieren – offiziell ist Prostitution in Thailand nämlich verboten. Zudem geht von der Suowang Road noch eine kleine Sackgasse ab, die etwas schickere Cocktailbars beherbergt und ausschließlich Schwule anzieht.

Der Rest ist schnell erzählt: Wer etwas essen oder trinken möchte, kann entweder entlang der Silom Road etwas suchen, oder in den Happy Beergarden an der Surawong Road gehen. Die Kellner sind nett und ein wenig durchgeknallt, die Preise fair. Ganz im Gegensatz zu den Taxifahrern, die dort auf Kundschaft warten. Die meisten wollen einen Festpreis aushandeln. Bloß nicht drauf einlassen und auf das Taxameter bestehen – oder gleich mit dem Skytrain kommen.

Wer etwas essen oder trinken möchte, ist im Happy Beergarden gut aufgehoben. (Foto: spe)

Wer etwas essen oder trinken möchte, ist im Happy Beergarden gut aufgehoben. (Foto: spe)

Kurzum: Patpong ist an sich ein Rotlichtviertel wie jedes andere auch. Das Publikum ist nicht zuletzt aufgrund der Empfehlungen in verschiedenen Reiseführer durchmischt: Das Ehepaar Mitte 50 kommt ebenso her wie Gruppen junger Männer auf der Suche nach Abenteuern. Ist nett, das mal gesehen zu haben, wenn man mehr als drei Tage in Bangkok verbringt, in die Top-Ten-Liste der Sehenswürdigkeiten gehört es aber nicht.

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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PAUSE!

Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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