Maritim und viktorianisch: Ein Bummel durch Greenwich

7. März 2013

London

Das Royal Naval College zählt seit 1997 zum Weltkulturerbe der Unesco. (Foto: spe)

Das Royal Naval College zählt seit 1997 zum Weltkulturerbe der Unesco. (Foto: spe)

Es gibt Orte, da gehen die Uhren langsamer als andernorts. Wer einen Kontrast zur hektischen Oxford Street oder dem wuseligen Camden sucht, wird mit Sicherheit in Greenwich fündig. Zwischen 30 und 45 Minuten dauert es mit der Tube und der DLR, um von der Innenstadt zur Station Cutty Sark zu fahren. Doch einen Besuch in Greenwich sollte man sich nicht entgehen lassen.

Die Cutty Sark ist nach ihrem Wiederaufbau für Besucher geöffnet. (Foto: spe)

Die Cutty Sark ist wieder für Besucher geöffnet. (Foto: spe)

Schnell spürt der Besucher, dass London eigentlich am Meer liegt. Nicht nur, weil die Nordsee mit jeder Flut den Pegel der Themse ansteigen lässt, sondern auch, weil die Cutty Sark vom maritimen Erbe des Empire zeugt. 1869 lief der Teeklipper vom Stapel und war eines der schnellsten Segelschiffe seiner Zeit. Mitte des 20. Jahrhunderts hatte der unter britischer und portugiesischer Flagge segelnde Dreimaster ausgedient und kam in ein spezielles Trockendock. Bei Restaurationsarbeiten 2007 brannte das Schiff komplett ab und wurde in den folgenden fünf Jahren neu gebaut. Im April 2012 wurde die Cutty Sark für Besucher wiedereröffnet.

Ebenso sehenswert ist das Royal Naval College, das seit 1997 zum Weltkulturerbe der Unesco zählt. Christopher Wren, der schon die Pläne für den Wiederaufbau der St.-Paul’s-Kathedrale nach dem Großen Feuer von 1666 geliefert hatte, und sein Assistent Nicholas Hawksmoor arbeiteten die Entwürfe für das Bauwerk ohne Bezahlung aus. Die Planungen hatten zunächst einen Palast, dann ein Hospital für alte, verwundete Seeleute vorgesehen (Ende des 19. Jahrhunderts lebten dort tatsächlich rund 2.000 Pensionäre). Heute sind Teile des Gebäudes zu besichtigen.

Nebenan lockt das Maritime Museum zahlreiche Besucher an. Die Ausstellungen zeigen die Geschichte der (britischen) Seefahrt und laden teilweise zum Mitmachen ein, etwa das Erzeugen von Wasserstrudeln. Sehenswert: Die Uniform, die Nelson während der Schlacht am Kap von Trafalgar trug. Der Eintritt ist frei und auch diejenigen, die sich nicht für Seefahrt interessieren, finden hier zumindest saubere Toiletten.

Ausblick vom Observatorium auf die Isle of Dogs. (Foto: spe)

Ausblick vom Observatorium auf die Wolkenkratzer der Isle of Dogs. (Foto: spe)

Wer noch Tatendrang verspürt, kann durch den Park zum Royal Observatory spazieren und den am Ende recht steilen Hügel erklimmen. Belohnt wird man nicht nur mit einer wundervollen Aussicht über Greenwich, die gegenüberliegende Isle of Dogs und die Docklandschaften, sondern man kann von sich behaupten, auf dem Meridian gestanden zu haben, der die Welt geografisch in West und Ost teilt. Informationen zu den Museen unter www.rmg.co.uk.

I love Greenwich Market - stimmt. (Foto: spe)

I love Greenwich Market – stimmt. (Foto: spe)

Nicht fehlen darf ein Besuch auf dem Greenwich Market (dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 17.30 Uhr). Handgemachte Seifen, Kunsthandwerk und Essen aus aller Herren Länder runden den Besuch in Greenwich ab. Zurück in die Innenstadt geht es dann entweder mit der DLR und der Tube oder in rund einer Stunde – ganz maritim – mit dem Boot über die Themse.

Sören Peters

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Über Sören Peters

Jahrgang 1984. Ruhrgebietler, Köln-Immi. Hauptberuflich Redakteur, nebenbei Reiseleiter in London. Verliebt in Thailand und Südostasien. Verheiratet mit einer Portugiesin. Stolzer Papa. Gerne unterwegs, gerne zuhause.

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Liebe Leser, liev Fründe, seit einigen Wochen hat sich ja hier nichts mehr getan auf der Seite. Mit guten Gründen. Wir sind aus der Stadt in unser Eigenheim gezogen. Statt Artikel zu schreiben stand erstmal das Verlegen von Laminat und das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln im Vordergrund. Und es gibt auch weiterhin viel zu tun in meinem neuen Lebensabschnitt. Nicht nur privat, sondern auch beruflich bin ich stärker eingebunden als noch vor ein paar Monaten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, den Blog erst einmal auf Eis zu legen und mich nur noch um flickr und Instagram zu kümmern. Ich verzichte bewusst auf die Formulierung, dass ich "schweren Herzens" in die Blogpause wechsel, da ich nichts, was ich zugunsten meiner Familie entscheide, schweren, sondern leichten Herzens tue. Und wo eine Pausetaste ist, gibt's bestimmt auch irgendwo einen Resetknopf. Bleibt mir gewogen.

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